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Grevenbroich
Herbstzeit: Expertin gibt Tipps zur Ersthilfe beim Igel-Fund

Grevenbroich: Herbstzeit: Expertin gibt Tipps zur Ersthilfe beim Igel-Fund
Inge Lempka aus Wevelinghoven hat im Jahr 2016 bereits knapp 200 Igel aufgepäppelt. Sie verrät, was beim Igel-Fund zu tun ist und was nicht. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Derzeit herrscht reger Betrieb im Hause Lempka in Wevelinghoven. Die Herbstzeit ist gekommen und unter Laub, im Park oder an Landstraßen sind wieder vermehrt Igel zu sehen. Von Jessica Balleer

Menschen aus Grevenbroich, Neuss, Jüchen, Rommerskirchen und selbst aus Mönchengladbach klopfen an die Haustüre, weil sie wissen, dass Inge Lempka den kranken oder verletzten Tieren hilft. Allein 2016 hat sie bereits knapp 200 Igel aufgepäppelt. Doch dass die Wildtiere derzeit zu sehen sind, ist eigentlich nicht richtig: "Ein Igel, der jetzt aktiv ist, ist in den meisten Fällen krank", sagt Lempka. Wie aber kann man selbst zur Ersthilfe beitragen?

Erste Hilfe Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte ihn per Hand oder mit einem Handtuch aus der Gefahrensituation befreien, rät Lempka. Sind Fliegeneier zu sehen, müssen diese so schnell wie möglich mit Pinzette oder einer alten Zahnbürste entfernt werden, ehe die Maden anfangen zu schlüpfen. Niemals, betont sie, sollte der Igel in geschwächtem Zustand bei einem Tierarzt sofort entwurmt werden.

Ernährung In freier Wildbahn ernähren sich Igel von Laufkäfern, Tausendfüßlern oder Regenwürmern. Auf Schnecken greifen sie zurück, weil sich die Insekten gerade jetzt zurückziehen, wenn die Temperaturen im einstelligen Bereich liegen. Bei Lempka kommen neben Katzenfutter auch mal ungewürztes Rührei, Rinderhack oder Hühnerherzen in den Futternapf. Findet man beispielsweise bei der Gartenarbeit ein geschwächtes Tier, kann man Wasser und Katzenfutter anbieten. Mit einem Mythos räumt sie auf: Igel sind laktoseintolerant, "darum ist Milch absolut tabu!", sagt Lempka.

Auswildern "Igel dürfen nicht in Gefangenschaft gehalten werden", erklärt Lempka. Im Schnitt ist ein Tier etwa zwei Wochen bei ihr. Bei schweren Verletzungen können es auch zwei Monate werden. Anschließend sollten Igel dort wieder ausgewildert werden, wo sie gefunden wurden. "Igel sind ortstreu und kennen ihr heimisches Gebiet, die Wasserstellen, Schlafnester und Nahrungsquellen." Möglichst die Laubhaufen im Garten liegen lassen, damit die Winterschläfer gut durch den Winter kommen, rät sie.

Aufnahmestellen Das Veterinäramt und die Stadt Grevenbroich haben eine Liste von Wildtierpflegern erstellt. Inge Lempka ist darauf zu finden. Momentan kümmert sie sich um 30 Tiere.

Quelle: NGZ
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