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Grevenbroich
Historiker erforscht Gründung der Dörfer

Grevenbroich. Professor Hans Georg Kirchhoff schreibt neues Buch für den Grevenbroicher Geschichtsverein.

Mancher Grevenbroicher wird sich schon einmal gefragt haben, wie alt sein Heimatort ist. Professor Hans Georg Kirchhoff, profunder Kenner der mittelalterlichen Historie des Rhein-Kreises, liefert jetzt Antworten. Im inzwischen 24. Band des Geschichtsvereins beschäftigt er sich mit der Besiedlung der Region.

Die Dörfer im Heimatgebiet entstanden in der Zeit um 800 bis 1200 nach Christus. Schriftliche Zeugnisse sind aber kaum vorhanden. Und so hat Kirchhoff seine Ergebnisse aus vielen Indizien zusammengetragen. Wie ist der Ortsname zu erklären? Wie groß war der Ort? Wie hieß der Pfarrpatron und wie hoch war das Einkommen des Pfarrers? "Das waren die Fragen, die gleichsam als Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden mussten", erklärt der Professor. So sei etwa bekannt, dass die Dörfer mit der Endung "-rath" überwiegend zwischen 1000 und 1200 nach Christi gegründet wurden, und dass ein hohes Gehalt des Pfarrers auch ein Anhaltspunkt für ein hohes Alter des Ortes ist.

"Denn mit der Entstehung des Dorfes wurde auch das erste Kirchlein mitgebaut, häufig in Holzbauweise und vielleicht nur für etwa 50 Gläubige geeignet", so Kirchhoff. Heute sei es kaum mehr vorstellbar, unter welchen Mühen die Rodung der großen Wälder, aus denen unsere Gegend seinerzeit bestand, damals "per Hand" erfolgen musste.

"Die Wahl des Ortes war nicht zufällig", sagt Kirchhoff: "Denn es musste ein Bach und eine Straße vorhanden sein. Die Flussübergänge mussten geschützt werden, denn sie stellten im Mittelalter die größten Reisehindernisse dar." Die Besiedlung der Region erfolgte über einen langen Zeitraum von rund 500 Jahren ab dem Jahr 700. Zu den ersten Dörfern zählten Rommerskirchen am Gillbach und Gustorf an der Erft. "Von dort machten sich die Menschen dann auf und schufen einige Kilometer weiter für sich zusätzliches Ackerland", so der Autor.

"Professor Kirchhoff hat die Geschichte ,rekonstruiert'. Nur die Allrather können sich sicher sein, dass ihr Dorf um das Jahr 1117 entstanden ist. Denn für ihre Kirche ist aus Zufall die steinerne Gründungsurkunde in Form des Weihesteins aus jenem Jahr erhalten geblieben", erklärt Friedrich Schmitz, Vorsitzender des Geschichtsvereins.

Der Band mit dem Titel "Das Kreuz an der Erft" umfasst 150 Seiten und ist zum Preis von 15 Euro im Buchhandel erhältlich.

Quelle: NGZ
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