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Grevenbroich
Historisches Heimatbuch klärt über Herkunft des Namens "Bend" auf

Grevenbroich. Rund um das alte Grevenbroicher Schloss sowie südlich davon liegt der Bend, die grüne Lunge der Stadt. Durchzogen von der Erft und ihren Nebenläufen bietet er Naturfreunden und Spaziergängern eine Erholungsoase nicht weit vom Trubel des Alltags.

Doch woher kommt der Name des Naherholungsgebietes überhaupt? Bei Recherchen im Internet erfährt der Suchende nicht viel - der häufigste Treffer verweist nur auf den "Öcher Bend", das auf dem Bendplatz in der Kaiserstadt jährlich stattfindende Volksfest. Bezüge zum Grevenbroicher Bend lassen sich aber nicht erkennen.

Abhilfe weiß jedoch Thomas Wolff zu leisten. Der Stadtarchivar hat in historischen Büchern gesucht und ist im 1925 erschienenen "Heimatbuch des Kreises Grevenbroich" fündig geworden, das von Professor Anton Zumbusch verfasst wurde. Zumbusch, geboren 1859 in Coesfeld, war von 1893 bis 1925 Lehrer am Grevenbroicher Progymnasium, dem heutigen Erasmus-Gymnasium. Er war ein leidenschaftlicher Heimatforscher und hat mehrere Bücher über die Lokalgeschichte verfasst.

Im Heimatbuch beschreibt er unter anderem die artenreiche Flora und Fauna in den alten Erftniederungen - und erklärt eher beiläufig, wie es zum Namen "Bend" kam: "Mit dem altertümlichen Worte Bend benannte man von jeher in den Niederungen zwischen Maas und Rhein, die den Fluss wie mit einem Bande umgebenden Wiesen. Sprachwissenschaftlich bedeutet das Wort ,Bant', also Land, festen Boden, im Gegensatz zu Wasser."

Diese Landstriche entstanden durch die Trockenlegung des ehemaligen Sumpfgebiets, das die in der Voreifel entspringende, ursprünglich sehr wassereiche Erft, umgab. "Menschenhand brachte Regel und Ordnung in die Wildnis, zog Abzugsgräben dem immer noch aus der Tiefe emporbrechenden Wasser und schaffte so festen Grund für viehnährendes Heugras, für Korbweiden und pappelbestandene Fußpfade", so der Professor.

Anton Zumbusch schildert in beinahe poetischen Worten seine Eindrücke, die er auf seinen Wanderungen gesammelt hatte. "Der Schönheit des Erftbendes will ich mein Loblied singen." Dabei ging er auch auf Pflanzenarten wie den Bitterklee ein, der zu Beginn der 1920er-Jahre immer weiter zurückgedrängt, früher aber noch als Heilmittel benutzt wurde. "Ältere Bewohner Grevenbroichs erzählten mir, dass die Pflanze ehedem so viel gesammelt wurde, wie heute etwa die Kamille; man brauchte sie als Heilmittel gegen das häufig in der Gegend auftretende Sumpffieber." Heute ist diese Krankheit besser bekannt unter dem Namen Malaria.

Auch dank der Trockenlegung der Erftsümpfe ist heutzutage eine Malaria-Prophylaxe in Grevenbroich nicht mehr notwendig.

(p-m)
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