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Grevenbroich
Hohe Kita-Gebühren in der Stadt

Grevenbroich. Bund der Steuerzahler NRW vergleicht Elternbeiträge in 57 Kommunen. Von Carsten Sommerfeld

Was die Kindergarten-Gebühren angeht, ist Grevenbroich für viele Eltern ein überdurchschnittlich teures Pflaster. Das geht aus einem Vergleich des Bund der Steuerzahler NRW hervor, der die Gebühren in 57 Städten in NRW mit mehr als 60.000 Einwohnern miteinander verglichen hatte.

Für unterschiedliche Betreuungszeiten hat der BdSt separate Vergleiche angestellt. Grevenbroich liegt bei der Betreuung über 45 Stunden in der Woche für Familien, die in der höchsten Einkommensgruppe der Gebührentabelle liegen, in der Spitzengruppe. 792 Euro müssen Eltern mit einem Jahreseinkommen ab 95.001 Euro zahlen. Lediglich in Troisdorf (805 Euro) und Bergisch-Gladbach (800 Euro) wird noch mehr fällig. "Fast 800 Euro für einen Kita-Platz, das ist schon ein Betrag, auch wenn man gut verdient", gibt Hans-Ulrich Liebern, Leiter der Steuerabteilung beim BdSt NRW zu bedenken. Und er verweist auf die von der Einwohnerzahl vergleichbare Stadt Dormagen. Dort sind in der obersten Einkommensstufe, die zudem dort erst ab 105.001 Euro gilt, 618 Euro für unter Zweijährige zu zahlen. Auch bei Kindern von über drei Jahren müssen Eltern mit der höchsten Einkommensstufe in Grevenbroich mit 495 Euro deutlich mehr berappen als in Dormagen (366 Euro). Verbesserungsmöglichkeiten sieht der BdSt auch für Familien mit geringem Einkommen. In Grevenbroich sei der Kita-Besuch bis zu 14.999 Euro Jahreseinkommen beitragsfrei. "Damit liegt die Stadt eher im unteren Bereich. Das könnte man anders handhaben", sagt Liebern. In Dormagen und Neuss sei der Besuch bis 25.000 Euro Einkommen beitragsfrei (Durchschnitt 19.484 Euro).

Besser sieht der Vergleich für die Schlossstadt bei 40.000 Euro Jahreseinkommen aus. Für Unter-Dreijährige werden für 45 Stunden Betreuung mit 195 Euro sechs Euro mehr als im Durchschnitt fällig, für Über-Dreijährige liegt der Satz bei 122 Euro (Durchschnitt 108 Euro).

"Wir liegen bei den Gebühren im oberen Segment", sagt Erster Beigeordneter Michael Heesch. "Der Grund ist, dass wir Sanierungskommune sind, bis 2024 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen müssen." Die Stadt müsse 19 Prozent aller Kita-Kosten durch Eltern-Beiträge decken. "Andere Kommunen haben größere Freiheiten." Immerhin besuche jedes fünfte Kind die Kita in Grevenbroich beitragsfrei .Und Heesch betont: "Ich fordere seit Jahren einheitliche Kita-Gebührensätze in NRW", ein Wettbewerb sei bei den Kita-Gebühren nicht sinnvoll.

Quelle: NGZ
 
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