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Grevenbroich
Holzhasen sind Osterschmuck und Arbeitstherapie zugleich

Grevenbroich: Holzhasen sind Osterschmuck und Arbeitstherapie zugleich
Osterhasen und andere Deko-Artikel - von Bewohnern des Therapiezentrums gefertigt - wurden gestern beim Basar in der Holzwerkstatt verkauft. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Der österliche Holzbasar im Median Therapiezentrum Haus Welchenberg ist in vielen Familienkalendern ein fester Termin, um sich mit handgearbeiteter Osterdekoration aus Holz einzudecken. Hergestellt werden die verschieden großen Osterhasen - mal naturbelassen, mal bunt angemalt, mal mit und mal ohne Eier - von einigen Bewohnern des Therapiezentrums für Suchtkranke. "Sie fertigen die Holzfiguren im Rahmen der Arbeitstherapie an", sagt Arbeitstherapeut Jürgen Hoeveler, der seine Schützlinge auch beim Verkauf unterstützt. Daran hat sich natürlich auch durch den Trägerwechsel nichts geändert: Statt der AHG ist es nun die Median Klinikengruppe. "Die meisten Bewohner sind recht scheu und trauen sich erst am späten Nachmittag in die Holzwerkstatt, wenn nicht mehr allzu viele Besucher da sind", weiß Hoeveler.

An der Kasse sitzt unter anderem Walter Henseler. Der 69-Jährige ist einer von insgesamt 58 Bewohnern und lebt seit 14 Jahren in Haus Welchenberg - jetzt in einer Außenwohngruppe. "Ich komme aus dem Elektromaschinenbau. Das Handwerkliche liegt mir also schon", sagt er. "Mit Holz zu arbeiten, bereitet mir große Freude, es bietet unheimlich viel Abwechslung und Freiraum, meine kreative Seite auszuleben." Auch von ihm stammen einige Hasen, die in der Holzwerkstatt nicht lange auf begeisterte Käufer warten mussten.

Unter den Besuchern war gestern Martina Buchholz-Hosmann, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn Kai in die Werkstatt auf den Welchenberg gekommen war, um durchs Sortiment zu stöbern. Ihr gefielen nicht nur die Nistkästen und Vogelhäuschen, sondern auch die großen und kleinen Mümmelmänner, die sich auch für den Garten und den Balkon eignen. "Ich sehe auch viele bekannte Gesichter, mit vielen Menschen aus dem Ort sind wir schon längst per du. Ab und an kommt mal jemand vorbei und bittet uns, ein Brett zurechtzuschneiden. Auch das machen wir gerne", sagt Walter Henseler über die Besucher.

Die Einnahmen aus dem Basar kommen allen Bewohnern zugute. Davon werden unter anderem Ausflüge in den Zoo oder an einen Badesee finanziert. Und nach dem Basar ist vor dem Basar: "Wir werden schon in Kürze mit den Arbeiten für den Weihnachtsbasar beginnen", kündigt Arbeitstherapeut Jürgen Hoeveler an.

(vest)
 
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