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Grevenbroich
Holzschnitte von Werner Reuber in der alten Versandhalle

Grevenbroich. Bei dem Grevenbroicher Galeristen Roland Brozio hatte der Düsseldorfer Künstler Werner Reuber bereits kleinformatige Bilder gezeigt. Gestern wurde eine Ausstellung in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel eröffnet. Zu sehen sind erneut Aquarelle, aber die Hingucker sind zweifellos die großformatigen, zumeist mehrfarbigen Holzschnitte.

Werner Reuber ist 69 Jahre alt und hat eine bemerkenswerte Vita: Er studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie, war Meisterschüler von keinem Geringeren als Gerhard Richter. 1976 war Reuber Gründungsmitglied der ersten Düsseldorfer Produzentengalerie, 1983 schloss er sich der Künstlergruppe "Die Langheimer" an.

Zum Repertoire der reichen Formensprache Reubers gehören Menschen mit zum Teil sehr kantigen, fast schon spitzen Körperteilen. Bei den Aquarellen tauchen neben Personen immer wieder Birken auf: Der Künstler mag das Flirrende der sehr spezifischen Stämme. Der gebürtige Essener bringt sie außerdem mit seiner Kindheit in Verbindung: "In der Nähe unseres Hauses war eine Halde, auf der Birken wuchsen."

Die Holzschnitte sind groß, lang und schmal. Bewusst "schmal" hält er auch die Titel, um den Assoziationsspielraum des Betrachters nicht über Gebühr einzuschränken. Der imposante Holzschnitt mit dem Heiligen Franziskus, umgeben von Vögeln, heißt deshalb schlicht "Franz". Neben dem üblichen Holzschnittwerkzeug greift der Künstler gerne auch zur Fräse. Die Gesichter seiner Protagonisten sind schwer einzuordnen - die meisten sind verhalten, in sich gekehrt. Die Frau in Rot trägt ein Kleid mit einer Art Kapuze, das auch als Schutzraum verstanden werden kann.

Als Symbolbild taugt vor allem "Das Rad": Dahinter verbirgt sich das "Lebensrad", das sich ständig bewegt. Oben angekommen, wartet das höchste Glück, dargestellt durch ein innig verbundenes Paar. Hier hat Werner Reuber ausschließlich mit der Farbe Schwarz gearbeitet.

Dass seine Aquarelle etwas stark Zeichnerisches haben, ist kein Zufall: "Mit Zeichnungen geht es los, dann setze sich diesen Entwurf in Tusche um, bevor es ans Aquarellieren geht", erklärt der Künstler. Der Betrachter kann entscheiden, ob das, was er das sieht, die "heile Welt" ist oder nur die Sehnsucht danach zum Ausdruck bringt.

Die Ausstellung in der Versandhalle ist bis Sonntag, 2. Juli, jeweils samstags und sonntags in der Zeit von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

(barni)
 
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