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Grevenbroich
Hülchrather wollen endlich "Gold" holen

Grevenbroich: Hülchrather wollen endlich "Gold" holen
Das Eingangstor der Vorburg soll bis zum Besuch der Kommission eine Wetterfahne erhalten, Albert Stromann (l.) und Paul Steins mit dem Plan. FOTO: L. .Berns
Grevenbroich. Ein Dorfladen in der heutigen Trauerhalle - das ist eine der Ideen, mit denen Hülchrath beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" antritt. Von Carsten Sommerfeld

Die Dorfgemeinschaft Hülchrath bereitet sich auf besonderen Besuch vor: Am Donnerstag, 20. August, ist die Jury für den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im Ort. "So viel Power wie diesmal haben wir noch nie in die Vorbereitungen gesteckt", erklärt Vorsitzender Albert Stromann. Nach zwei Silber- und zwei Bronze-Medaillen "ist die Zeit reif für ,Gold'", setzt er als Ziel. Anderthalb Stunden haben die Hülchrather Zeit, um ihr Dorf, ihre vielen Projekte und Pläne vorzustellen. Die jüngste Idee: Aus der Trauerhalle soll ein Dorfladen und ein Treffpunkt werden. "Wir würden das Gebäude gern übernehmen, wenn wir das finanziell stemmen können", erklärt Stromann.

Die Stadt will mehrere Trauerhallen stilllegen, die in Hülchrath soll verkauft werden. Die Dorfgemeinschaft hat dafür gute Verwendungsmöglichkeiten. "Wir haben kein Geschäft im Ort und möchten Lebensmittelunternehmen fragen, ob sie hier einen kleinen Dorfladen einrichten. Ein Beispiel dafür haben wir im Eifeldorf Vicht gefunden", so Stromann. Auch ein Versammlungsraum für die Dorfgemeinschaft und eine Dorfwerkstatt, wo Hülchrather für andere defekte Haushaltsgeräte reparieren, könnten dort entstehen. Zunächst ist aber ein Gespräch mit der Stadt über das Gebäude geplant.

In den vergangenen Jahren haben die Dorfbewohner vielfach bewiesen, was sie gemeinsam alles leisten und anstoßen können. 17 Punkte stehen für die Begehung mit der Kommission auf dem Programm. An vielen Stellen wurde kräftig gearbeitet. Ein Beispiel: Jahrelang war an der Kirchturmuhr Richtung Westen der Sechs-Uhr-Strich auf dem Ziffernblatt verschwunden. Die Hülchrather gingen auf die Suche und fanden schließlich das Blei-Teil hoch oben in einer Dachrinne. Zunächst mussten etliche Teile der Uhr demontiert werden, bevor Hans-Josef Sandkaul vor einer Woche bei 40 Grad das Stück wieder ins Ziffernblatt einsetzen konnte.

Hoch hinaus will die Dorfgemeinschaft auch am Schloss: Nach Jahrzehnten soll wieder eine Wetterfahne das Eingangstor der Vorburg zieren. Zurzeit arbeitet der Viersener Kunstschmied Michael Poos am 3,60 Meter hohen Stück. Stromann, Paul Steins und die anderen vom Organisationsteam hoffen, dass die anhand alter Fotos gefertigte, rund 8000 Euro teure Wetterfahne vor dem 20. August aufs Dach gesetzt werden kann.

Neues gibt es auch auf dem Sebastianusplatz: Vor der Kirche war eine Akazie abgestorben, Künstler Matthias Hintz griff zur Motorsäge, schuf aus dem Stamm einen "Akazien-Mann". Vorbilder für die Kunst aus Holz sind die Pappelmänner, die Hintz zur Landesgartenschau 1995 an der Erft gefertigt hatte.

Stromann wünscht sich nun, "dass viele Hülchrather bei der Bereisung mitgehen". In der Vergangenheit sei die recht geringe Bürgerbeteiligung bei der Begehung im "Zeugnis" der Bewertungskommission ein Negativpunkt gewesen. Start ist am 20. August um 15.30 Uhr vor der Kirche.

Quelle: NGZ
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