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Grevenbroich
"HuminTech" eröffnet Produktionsstätte

Grevenbroich: "HuminTech" eröffnet Produktionsstätte
Die Firma "HuminTech" hat zur Eröffnung der neuen Produktionsstätte zahlreichen Gästen aus aller Welt seinen Sitz in Grevenbroich vorgestellt. FOTO: Reichartz,Hans-Peter (hpr)
Grevenbroich. Seit 2001 stellt das Unternehmen aus Braunkohle Huminsäure-Produkte zur Verbesserung des Bodens her. Vor zwei Jahren verlegte HuminTech seinen Sitz nach Grevenbroich und expandiert. Das Unternehmen will weiter wachsen. Von Susanne Niemöhlmann

Erst vor wenigen Wochen gab es vom "Deutschen Mittelstands Summit" die Auszeichnung als einer der "Top 100-Innovatoren". Jetzt folgte das Grand Opening der neuen Produktionsstätte der Firma "HuminTech". Für die rund 220 Gäste war im Wortsinne der rote Teppich ausgerollt worden: Sie konnten sich zu Live-Jazz an einem Buffet laben, später an einer Brasil-Show und Bauchtanz-Einlagen erfreuen. "Wir haben Kunden von Korea bis Costa Rica", kommentiert Firmenchef Aydogan Cengiz das internationale Unterhaltungsprogramm. Doch zunächst stand das neue Werk ganz im Mittelpunkt: An den Führungen durch die Produktion nahmen Geschäftspartner aus aller Welt teil.

Die Firma "HuminTech", die mit derzeit 37 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von sechs Millionen Euro erwirtschaftet, ist vor zwei Jahren komplett nach Grevenbroich übergesiedelt. "Von der Stadtverwaltung und hier besonders der Wirtschaftsförderung haben wir dabei volle Unterstützung erhalten", findet Aydogan Cengiz lobende Worte.

Den Umzug begründet der 59 Jahre alte Unternehmer, ein studierter Sozialpädagoge, der früher überaus erfolgreich in der Touristikbranche tätig war, mit der Nähe zur Rohstoffquelle im Tagebau. Denn die Produkte zur Bodenverbesserung, die dort abgepackt werden, basieren auf Humin, auch als Leonardit bekannt, einem Bestandteil oxidierter Braunkohle. Der in Grevenbroich produzierte Pow-, Liq- oder Perl-Humus, der in mehr als 60 Länder weltweit exportiert wird, soll den Einsatz von Kunstdünger reduzieren, erklärt Berthold Stern, Manager R + D, das Ziel. Die Huminsäure, so erklärt er, hält beispielsweise Stickstoff im Wurzelbereich der Pflanze fest und verhindert, dass dieser ins Grundwasser gelangt. Ein Beitrag zum Umweltschutz also. "Das kann der Braunkohle, die bislang hauptsächlich als Ursache für vermehrten CO2-Ausstoß gesehen wird, auch ein besseres Image verschaffen", glaubt Stern. Huminstoffe werden auch in der Tierzucht und im Umweltbereich, etwa zur Abwasser- oder Gasreinigung, eingesetzt. Inzwischen würden von Universitäten und Forschungseinrichtungen verstärkt Ideen an sie herangetragen, berichtet Stern, der die Forschung und Entwicklung im Unternehmen noch verstärken möchte.

Rund sechs Millionen Euro investierte "HuminTech" in die neue, weitgehend automatisierte Produktionsanlage, die Ingenieur Jörn Ohlmann konzipiert hat. In den Hallen auf dem Industriegelände Am Pösenberg wird die vorgefräste Braunkohle gesiebt, in Mühlen zerkleinert und anschließend mittels Lauge das Humin herausgewaschen und getrocknet. "Dank eines Kreislaufs bleiben keine Reststoffe übrig", erläutert Ohlmann, "alles Nicht-Lösliche landet wieder in der Pelletanlage." Als Mischung mit anderen wachstumsfördernden Stoffen (Pow-Humus), als Kügelchen von zwei bis acht Millimetern Durchmesser (Perl-Humus) oder flüssige Linie (Liq-Humus) verlassen die Produkte schließlich das Werk.

Anfangs sei es schwierig gewesen, sich auf dem deutschen Markt zu positionieren, gesteht Cengiz. Das hat sich geändert. In den vergangenen zwei Jahren verdoppelte "HuminTech" sowohl die Zahl der Beschäftigten als auch seinen Umsatz. Doch Cengiz hat weitere Pläne: Bis 2020 strebt er einen Jahresumsatz von 17 Millionen Euro an.

Quelle: NGZ
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