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Grevenbroich
Hunderte Besucher im Finlay-Park

Grevenbroich: Hunderte Besucher im Finlay-Park
Stimmungsvoll in Licht getaucht präsentierte sich der Finlay-Park am Samstagabend. Für die Illumination sorgte Exact Eventtechnik aus Kapellen. FOTO: D. Staniek
Grevenbroich. Das Kunst-Areal am Alten Schloss wurde zum zweiten Mal illuminiert. Hunderte Besucher verfolgten das Spektakel im Park.

Bis vor wenigen Jahren war der Park zwischen dem Alten Schloss und der Alten Feuerwache eher als "Kampers Wäldchen" bekannt. Inzwischen jedoch wissen viele Grevenbroicher um die seltenen Werke des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay, die seit der Landesgartenschau 1995 dort zu sehen sind.

Der Grevenbroicher Verkehrsverein setzte, um die Bekanntheit zu steigern, die neun abstrakten Kunstwerke des vor zehn Jahren verstorbenen Künstlers jetzt in Szene - und illuminierte die Werke sowie ihre unmittelbare Umgebung am späten Samstagabend. Hunderte Besucher verfolgten das Spektakel im Park, bei dem Entspannungs-Musik zu hören war.

Mittendrin: der Hemmerdener Historiker Wilfried Wolff (67), der sich mit Finlay und seinen Werken intensiv beschäftigt hat. "Unser Ziel ist es, den Park wieder bekannter zu machen. Die Werke dürfen nicht vergessen werden", sagt er. Mit der zweiten Illumination, die erste fand bereits im Mai statt, dürfte dies dem Verkehrsverein gelungen sein. Denn die Veranstaltung sprach nicht nur Kunstinteressierte an: Mit dabei waren auch einige Familien, die die bunten Lichter im Park auf sich wirken ließen, sowie einige Hobby-Fotografen, die die Farbenpracht nutzten, um besondere Fotos vom Park zu schießen. Anlass für die Illumination ist das "Finlay-Jahr" zehn Jahre nach dem Tod des Künstlers.

Bevor die Lichter im Park eingeschaltet wurden, hatte der Direktor des Klever Kunsthauses, Professor Harald Kunde, bei Hang-Musik im Haus Hartmann einen "philosophischen" Vortrag über die Interpretations-Möglichkeiten der Werke Finlays und das Verhältnis zwischen dessen Kunst und der Gesellschaft gehalten. Darüber hinaus war eine Ausstellung der Neusser Künstlerin Renate Patt eröffnet worden, die Natur-Materialien so verarbeitet und behandelt, dass dreidimensionale Landschaften entstehen.

Später im illuminierten Finlay-Park machte sich deutlich bemerkbar, wie abstrakt die Kunstwerke des Schotten sind. Ein Beispiel: eine Pyramide mit den eingravierten Daten 1774-1840. "Das sind Geburts- und Todesjahr von Caspar David Friedrich, einem Maler der deutschen Romantik. Diese Zeit hat Finlay sehr beschäftigt. Die Pyramide ist ein Symbol für die Beziehung zwischen Irdischem und Göttlichem", deutet Wilfried Wolff das etwa einen Meter hohe Werk. Manche Besucher wie etwa Sylvia Büttgenbach hat die Pyramide eher an Urlaub erinnert: "Aber die Illumination gefällt mir sehr. So kommen die Kunstwerke viel besser zur Geltung."

(cka)
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