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Grevenbroich
Ilex ist gut für die Deko - der Mistelzweig fürs Küssen

Steckbrief für Weihnachtspflanzen
Steckbrief für Weihnachtspflanzen
Grevenbroich. Rot, Grün und Weiß sind die christlichen Symbolfarben für Advents- und Weihnachtszeit. Sie stehen für Hoffnung, Leiden und Reinheit. Von Dagmar Fischbach

Während am Weihnachtsbaume die Lichter brennen, bringt seine Verwandtschaft mächtig Farbe ins Fest: Blühendes zur Weihnachtszeit liegt im Trend, schmückt Tafel und Zimmer. "Traditionell hat in Deutschland der Weihnachtsstern zum Fest Hochkonjunktur", sagt der Inhaber der Gärtnerei Krüppel in Allrath, Hermann Josef Krüppel.

Susanne Abel mit der Winterblume Christrose. FOTO: LBer/M. Nickig dpa

Das Wolfsmilchgewächs ist ursprünglich in Mittel- und Südamerika zuhause. Dort erreicht es eine Höhe von bis zu vier Metern. In deutschen Wohnzimmern wird die Pflanze maximal rund 80 Zentimeter hoch. "Am beliebtesten ist der Weihnachtsstern immer noch in klassischem Rot", sagt der Gärtner.

Rot und Grün wie der beliebte Weihnachtsstern sind die christlichen Symbolfarben für die Advents- und Weihnachtszeit. "Grün steht für Hoffnung und das sich erneuernde Leben. Rot ist die Farbe des Blutes und symbolisiert das Leiden und Sterben Jesus'. Als weihnachtliche Farben verdeutlichen Rot und Grün, dass wir durch den Tod zum Leben kommen", erklärt der Theologe Manfred Becker-Huberti. Weiß, die dritte christliche Weihnachtsfarbe, symbolisiere die Reinheit. "Die weiße Rose gilt als Symbol der Jungfräulichkeit Marias", sagt Becker-Huberti.

Im winterlichen Garten eine Attraktion: die Stechpalme. FOTO: Foto dpa

So passt sich die Christrose mit ihren auffallend großen weißen Blüten harmonisch in die weihnachtlichen Farb-Triologie ein. Schon ab November zeigt die auch als Schneerose bekannte Pflanze aus den westlichen Alpen erste Blüten und behält sie über die Feiertage. "Allerdings sollte man Christrosen nicht zu lang im Zimmer lassen. Spätestens nach einer Woche müssen sie raus", erläutert Experte Krüppel.

Auch die langstielige Amaryllis hat im Winter Hochsaison. "Sie ist dabei den Weihnachtskaktus in der Beliebtheit zu verdrängen", sagt Hermann Josef Krüppel. Die Kakteenart erfreute mit ihren bunten Blüten in Rosa, Pink, Orange, Rot, Weiß oder Gelb an der Spitze der mehrgliedrigen Triebe lange die Deutschen zur Weihnachtszeit. "Inzwischen wird sie aber zunehmend selten nachgefragt", so der Gärtner.

Die aus Afrika stammende Amaryllis dagegen immer mehr. Es gibt die Pflanze als Zwiebel im Topf für die Fensterbank. "Aber sie ist auch als Schnittblume gefragt und sieht mit Nadel- oder Korkenzieher-Zweigen in Weihnachtssträußen gebunden, toll aus. Mit wenig Wasser in der Vase hält sie rund zwei Wochen", so Krüppel. Mit ihrem klassisch roten Blütenstand greift die Amaryllis die christlichen Weihnachtsfarben auf.

Ebenfalls auf dem Vormarsch ist die europäische Stechpalme. "Sie wird vor allem in der Adventszeit häufig dekoriert", sagt der Experte. Im winterlichen Garten gehört die Pflanze mit dem lateinischen Namen Ilex aquifolium zu den Attraktionen. Ihre glänzenden, am Rand stacheligen Blätter und die leuchtend roten Früchte machen sie aber auch zur gern gewählten Ergänzung im Adventsgesteck. Und das hat Tradition. "Schon sehr früh haben die Menschen wintergrüne Bäume ins Haus geholt und geschmückt. Das geht zurück auf den Baum der Erkenntnis, an dem ein Apfel wuchs. Später wurden die Äpfel durch Kugeln ersetzt. Der evangelische Adel brachte Lichtsymbolik und Baum zusammen. So entstand schließlich der Christbaum", erläutert Theologe Becker-Huberti.

Zu den Klassikern der Advents- und Weihnachtszeit gehören die Misteln. Seit der Römerzeit ist es Sitte, Mistelzweige an die Tür zu hängen, um böse Geister abzuwehren. Ein Kuss unter den Zweigen soll Verliebten Glück bescheren. "Wir hatten viele Jahre lang Mistelzweige über der Glühbirne im Wohnzimmer, weil uns ein Lampenschirm fehlte", sagt Gärtner Krüppel.

Quelle: NGZ
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