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Grevenbroich
Illegale Altkleidercontainer machen dem DRK Konkurrenz

Grevenbroich. Wer nicht mehr benötigte Hemden, Hosen und T-Shirts in den Altkleidercontainer wirft, tut sowohl der Ordnung in seinem Schrank als auch bedürftigen Menschen etwas Gutes. So weit die Annahme – doch weit gefehlt, wie die Stiftung Warentest meldet: Der karitative Gedanke hinter der Kleiderspende werde zunehmend außer Kraft gesetzt, es habe sich geradezu ein Schattenmarkt etabliert. Immer häufiger würden Container nicht von sozialen Hilfsorganisationen wie der Caritas, der Diakonie oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aufgestellt, sondern von Firmen, die aus den ausrangierten Kleidern Profit erzielen wollen. Auch in Grevenbroich ist das Problem bekannt.

"Um die illegale Altkleiderentsorgung zu vermeiden, haben wir schon vor vielen Jahren entschieden, Erlaubnisse zur Aufstellung von der Container auf öffentlichen Flächen ausschließlich sozialen Hilfsorganisationen zu erteilen", sagt Stephan Tups, zuständig für die Verkehrslenkung der Stadt. Allerdings schreckt das die Firmen, die mit den alten Kleidern neues Geld machen wollen, kaum ab. Immer wieder finden die Streckenkontrolleure illegal aufgestellte Container, zuletzt auf der Hauptstraße in Neuenhausen. "Fallen uns diese Container auf, fordern wir die Betreiber auf, die Behälter zu entfernen, außerdem wird ein Bußgeld fällig", betont Tups. Einige Betreiber haben die Stadt daraufhin verklagt – die Klagen wurden aber vom Verwaltungsgericht Düsseldorf zurückgewiesen, ein Rechtsanspruch zur Errichtung von Altkleidercontainern auf öffentlichen Flächen besteht nicht.

Den karitativen Einrichtungen, die mit dem Erlös aus den Altkleidersammlungen gemeinnützige Projekte finanzieren, entsteht durch die illegale Konkurrenz großer Schaden. "Wir sammeln in Grevenbroich rund ein Viertel weniger an Altkleidern ein, das liegt an den unrechtmäßig aufgestellten Containern", sagt Heiner Kaiser, der im Auftrag des DRK Altkleidercontainer leert. Das Problem sieht er auch bei den Verbrauchern: "Der Mensch ist bequem, die Firmen agieren geschickt: Sie basteln sich ein Logo, das an karitative Einrichtungen erinnert und schreiben noch etwas von Kindern in Not dazu."

(suzo)
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