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Serie Der Ehrenamtler
Im Einsatz für den Sport in der Stadt

Grevenbroich. Vor fünf Jahren übernahm Dirk Kartarius den Vorsitz des Stadtsportverbands, er will etwas für die Vereine bewegen. Nicht immer werde der Verband in genügendem Maße in Entscheidungen eingebunden. "Wir können wertvolle Hinweise geben." Von Rudolf Barnholt

Steinhausen Der Sport ist seine Leidenschaft, und vor fünf Jahren übernahm Dirk Kartarius das Amt des Vorsitzenden des Stadtsportverbands - nach dem Tod von August Gabelmann war diese Position einige Zeit vakant gewesen. "Dass es eine Herausforderung werden würde, hatte ich geahnt", sagt der 49-Jährige, der mit seiner Familie in Steinhausen lebt. Aber dass dieses Ehrenamt mit so viel Arbeit verbunden ist, sei ihm so nicht bewusst gewesen. Abschreckend hat das auf ihn allerdings nicht gewirkt: "Ich stehe für eine Wiederwahl zur Verfügung."

Dirk Kartarius hat die Fußballschuhe längst an den Nagel gehängt. Er trainiert auch nicht mehr junge Nachwuchskicker beim TuS Liedberg und eine Mädchenmannschaft in Glehn, sondern konzentriert sich voll und ganz auf die Aufgaben als Vorsitzender des Stadtsportverbands. Der Serviceingenieur für medizinische Laborgeräte nennt denn auch seine beiden größten Hobbys, ohne lange überlegen zu müssen: "Meine Familie und den Stadtsportverband." Die Patchwork-Familie besteht aus seiner zweiten Frau und drei Kindern, einem eigenen und zwei Stiefkindern, die 16, 18 und 20 Jahre alt sind. "Meine Frau ist nicht sportlich, interessiert sich aber für Fußball - wir haben uns auf dem Fußballplatz kennengelernt", sagt der 49-Jährige. Hobby Nummer drei sei der Fußball: Der Fan des FC Bayern München bezeichnet sich als "einen von Millionen Bundestrainern", die vom Sofa aus mitfiebern, sich aufregen und alles besser wissen.

Was treibt einen Mann, der eigentlich genug zu tun hat, an, ein Ehrenamt wie das des Stadtsportverbands-Vorsitzenden zu übernehmen? "Man möchte etwas bewegen, Erfahrungen sammeln, den Horizont erweitern und für die Sportvereine etwas bewegen." Das gelinge ihm mal mehr, mal weniger gut.

Was Dirk Kartarius beklagt: "Fehlende Finanzmittel sind nicht das größte Problem, eher die Lobby, die der Sport in Korschenbroich hat: Es wird immer herausgestellt, dass es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt, um eine, die nicht wirklich wichtig ist." Und: "Es gibt immer irgendetwas, das wichtiger ist als der Sport." Gleichzeitig stellt er klar: "Die Zusammenarbeit mit der Spitze der Stadtverwaltung ist schon gut." Kartarius, der aus Kaarst stammt und in Büttgen als Schütze mitmarschiert, war lange Zeit im Schießsport aktiv. Treffsicher sei er immer noch. Was ihn als Ehrenamtler beschäftigt, ist das Projekt "KoSpo 22": Bei "Korschenbroicher Sport 2022" geht es darum, die Vereine zukunftsfest zu machen, auf das veränderte Freizeitverhalten zu reagieren. "Früher war man wie selbstverständlich Mitglied des Sportvereins in seinem Ortsteil, heute sind die Menschen mobiler - und dann gibt es ja auch noch die privaten Anbieter", gibt Dirk Kartarius zu bedenken.

Und manchmal wünscht er sich eine starke Stimme für den Sport zurück wie die des früheren Stadtdirektors Willi Esser: "Der hat sich das Wissen der Vereine zunutze gemacht und nicht über deren Köpfe hinweg entschieden." Manchmal sei es aktuell schon so, dass der Stadtsportverband nicht in genügendem Maße in Entscheidungen eingebunden werde. "Es geht dabei nicht um Kritik, sondern darum, dass wir vielleicht wertvolle Hinweise geben können", sagt Dirk Kartarius.

Weitere Vereine zu gewinnen, die sich dem Stadtsportverband anschließen, sei schwierig. "Da wären zwar noch die beiden Golfclubs, aber die kommen auch ohne uns gut klar", ist sich Kartarius sicher.

Quelle: NGZ
 
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