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Serie Unsere Seelsorger
Im "ersten" Leben war er Professor

Grevenbroich. Im Mai wurde Alexander Krylov in St. Martinus zum Diakon geweiht. In Kaarst fühlt er sich inzwischen heimisch. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Mit 45 Jahren ein neues Leben beginnen - so erging es Alexander Krylov, der im Mai in St. Martinus zum Diakon geweiht wurde und damit seinem angestrebten Priesterberuf ein großes Stück näher gekommen ist. Im "ersten" Leben war er Professor in Berlin und arbeitete als Wissenschaftler.

"Alles hatte seinen Sinn und ich kann meine Erfahrungen gut gebrauchen", erzählt er. "Als Sozialpsychologe kann ich die Menschen und ihre Schwächen verstehen - als Theologe habe ich aber noch mal einen anderen Blick darauf", erklärt Krylov und berichtet von der Euphorie in den ersten Tagen nach der Diakonenweihe. Inzwischen ist er im Alltag angekommen. "Ich helfe bei Gottesdiensten und durfte schon predigen. Hoffentlich war das keine Vorlesung", sagt er schmunzelnd. Auch seinen ersten Taufgottesdienst hat er bereits gehalten. "Es waren vier Kinder und die Stimmung war sehr gut!", sagt er. Demnächst wird er zwei Paare trauen. Die vorbereitenden Gespräche dazu sind ihm in guter Erinnerung. "Die Paare sind so glücklich und optimistisch und ich darf sie begleiten", freut er sich und ergänzt: "Es ist mir wichtig, bei den Menschen zu sein, ihnen zu helfen, sie zu lieben und zu verstehen!" Deshalb sieht er seine Erfüllung in einer umfassenden Inanspruchnahme.

Zu seinem Alltag gehören auch Sitzungen, die ihm jedoch nicht so liegen. "Daran muss ich mich erst gewöhnen", gibt er zu. In Kaarst, wo er seit Oktober vergangenen Jahres lebt, ist er heimisch geworden. "Hier ist eine schöne kleine Stadt, die viel weniger Hektik als eine Großstadt verbreitet", findet er und fügt hinzu: "Die Menschen begegnen mir sehr herzlich und aufgeschlossen". Seine persönliche Zukunft, sagt Krylov, habe er in Gottes Hände gelegt und plane daher nichts Konkretes. In der St. Martinus Gemeinde möchte er ein Projekt für Neuzugezogene starten und einen Glaubenskursus anbieten, mit dem er vor allem junge Leute und Familien mittleren Alters erreichen will. In den Herbstferien wird er 33 Ministranten nach Rom begleiten. In seiner Freizeit liest und schreibt er gerne, aber er stellt klar, dass er viel lieber mit anderen Menschen zusammen sei und nicht so viel Zeit für sich benötige.

Quelle: NGZ
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