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Grevenbroich
Im Herbst: Babyboom im Krankenhaus

Grevenbroich: Im Herbst: Babyboom im Krankenhaus
Einer der jüngsten Grevenbroicher: Michaela, Eyleen und Daniel Zimmer (v.l.) freuen sich über den kleinen Toni. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. In diesem Jahr kamen im Krankenhaus 409 Kinder zur Welt. Während der kalten Monate schnellen die Geburtenzahlen in St. Elisabeth erfahrungsgemäß nach oben. Von Anne Richter

Montag war ein anstrengender Tag für Hebamme Anja Böhmer. Am Kreiskrankenhaus Grevenbroich erblickten an diesem Tag gleich sieben Kinder das Licht der Welt. "Normalerweise haben wir im Durchschnitt anderthalb Geburten am Tag", berichtet sie. Insgesamt seien es etwa 500 Babys im Jahr. Jetzt habe die geburtenreiche Zeit begonnen: "Ab August geht es meist nach oben mit den Geburtenzahlen. Die Wintermonate sind gut", sagt Böhmer. Der Grund liegt etwa zehn Monate zurück, in der kuschligen Winterzeit des Vorjahres, wie man leicht ausrechnen kann.

Nicht nur Grevenbroicher bringen ihre Kinder im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth zur Welt, auch bei Eltern aus Rommerskirchen, Bedburg, Jüchen und Korschenbroich ist die Geburt in der Schlossstadt beliebt. "Wir bieten den Frauen eine nahe Betreuung, oft sogar eine Eins-zu-eins-Betreuung", erklärt Böhmer. Das heißt, eine Hebamme kümmert sich um nur eine Frau. "Insgesamt geht es ruhiger zu, das wissen viele zu schätzen", ist die Hebamme überzeugt. Und sie sieht darin auch den Grund dafür, dass sich teilweise selbst Frauen aus Neuss bei der zweiten Geburt für Grevenbroich statt für eine größere Klinik entscheiden.

Stand 20. Oktober wurden im Jahr 2016 bisher 409 Kinder geboren. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt 411. Von einem echten Babyboom kann in Grevenbroich also nicht gesprochen werden, doch die Zahlen sind stabil. "Wir halten den Schnitt", sagt Böhmer.

Geburten durch Flüchtlinge fallen dabei nach Auskunft der Hebamme nicht besonders ins Gewicht. Dennoch kommen, so erzählt sie weiter, häufiger schwangere Frauen in die Ambulanz, die von den Strapazen einer langen Reise gekennzeichnet sind. Und einige Geburten gäbe es natürlich auch, wenn die Frauen schon hochschwanger in Grevenbroich ankommen. "Das sind dann besondere Geburten", schildert Böhmer. Die Frauen hätten keinen Mutterpass, auch die Kommunikation sei oftmals schwierig. Daher wurde der Kreißsaal aufgerüstet. Es gibt beispielsweise Karten, auf denen in Bildern erklärt wird, was zu tun ist oder die arabische oder anderssprachige Übersetzungen zeigen. "Eine Geburt ist immer eine Ausnahmesituation", betont Böhmer, die seit fünf Jahren im Kreiskrankenhaus tätig ist. Gerade wenn Frauen Ängste hätten, sei es schwierig, wenn es eine Sprachbarriere gebe. Wenn möglich, werde darauf geachtet, dass bei Gesprächen gedolmetscht werden könne. Eine Oberärztin spreche arabisch, andere könnten türkisch.

Bei den beliebten Namen dominieren auch in Grevenbroich diejenigen, die in vielen Hitlisten auftauchen: Ben, Leon oder Luca und Emely, Leonie oder Lea werden möglicherweise schnell andere Kinder mit dem gleichen Vornamen treffen. Insgesamt, so hat Anja Böhmer festgestellt, kommen verstärkt traditionelle Namen wie Matthias oder Maximilian wieder. Als eher ungewöhnlich sind ihr in letzter Zeit die Mädchennamen "Ava" und "Nanuka" in Erinnerung geblieben.

Quelle: NGZ
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