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Grevenbroich
In Neukirchen ist Karneval Handarbeit

Grevenbroich: In Neukirchen ist Karneval Handarbeit
Holten den Karneval zurück in ihren Heimatort: Stefan und Birgit Schiefer. Sie gehen an Karneval auch selbst "en de Bütt". FOTO: l. berns
Grevenbroich. Vor elf Jahren haben Birgit und Stefan Schiefer die Initiative ergriffen und den Karneval zurück nach Neukirchen geholt. Sie blicken zurück - und freuen sich auf eine bunte Session mit Jubiläumsmatinee. Los geht's schon heute Abend. Von Christian Kandzorra

Ein Dorf, 2800 Einwohner, die Städte Köln und Düsseldorf quasi vor der Haustüre - aber kein Karneval. Das konnte nicht so weitergehen. Irgendwann mussten sie einfach einschreiten und das jecke Treiben zurück in ihren Heimatort holen: Birgit und Stefan Schiefer aus Neukirchen. Sie verankerten den Karneval wieder in ihrem Dorf - und zwar mir allem was dazugehört.

Seit elf Jahren wird die fünfte Jahreszeit wieder im Ort gelebt; die Initiative der Schiefers hat gefruchtet. Heute Abend um 19 Uhr starten die Jecken mit ihrer Wirtshaussitzung in der Gaststätte von Thomas Stenbrock in eine große Jubiläums-Session - schließlich hat die Schnapszahl elf im Karneval eine ganz besondere Bedeutung. "Als wir vor zwölf Jahren damit angefangen haben, erste Sitzungen zu planen, hätten wir nicht damit gerechnet, dass sich der Karneval wieder so im Ort verwurzelt", erzählt Stefan Schiefer. Er ist Sitzungspräsident und Vorsitzender des "Neukirchener Karnevalsvereins" Rot-Weiß (NKV) - und steht jedes Jahr auch mit seiner Frau Birgit auf der Bühne.

Ohne Karneval könnten beide nicht leben. "Natürlich war es nicht schön, so lange Zeit auf den Karneval in unserer Heimat verzichten zu müssen", erzählt Schiefer. Mitte der 1990er Jahre löste sich das jecke Treiben in Neukirchen auf, nie hatte es einen Karnevalsverein gegeben, der Veranstaltungen und Umzüge koordinierte. "Es hatten sich viele Gaststätten bemüht, ein Karnevalsprogramm auf die Beine zu stellen. Das zog aber nicht richtig", erinnert sich der 49-Jährige.

So zünftig feiern die Neukirchener seit elf Jahren Karneval: Vergangenes Jahr begeisterten die Mädchen der Gruppe "Wibbelstitzjer" im Zelt. FOTO: L. BERNS

Eines Rosenmontags saßen die Schiefers mit einigen Bekannten in einer Kneipe und ärgerten sich, dass in Neukirchen mit Blick auf die Session nichts mehr wirklich rosig war - und ergriffen die Initiative. "Wenige Wochen später haben wir den NKV gegründet", erzählt Birgit Schiefer. "Dann packten auf einmal viele mit an. Wir haben die ersten beiden Jahre im Pfarrheim gefeiert. Dann mussten wir aus Platzgründen ins Festzelt umziehen." Der Karneval in Neukirchen ist inzwischen aus dem Ortsgeschehen nicht mehr wegzudenken. "Immer mehr Menschen feiern mit uns, viele Karnevalisten helfen uns, ein Programm zusammenzustellen", berichtet Schiefer, die seit 24 Jahren mit ihrem Mann verheiratet ist. "Wir kennen uns in- und auswendig. Und wir spinnen auch schon mal witzige Ehe-Geschichten für unser Publikum", sagt die 47-Jährige, der im Karneval das Herz aufgeht.

Sie betont: "Der Karneval lebt von den Menschen, die ihn mitgestalten." Dazu zählen nicht nur die Schiefers, sondern auch ein Männerballett und eine Vielzahl von Tanzgruppen. "Wir proben schon seit den Osterferien, weil wir den Besuchern in dieser elften Session etwas Besonderes bieten wollen", sagt Schiefer. So plant der Verein - inzwischen zählt er mehr als 100 Mitglieder - neben der Wirtshaussitzung, dem Bunten Abend (30. Januar) und den Partys an Rosenmontag und Veilchendienstag auch eine Jubiläumsmatinee mit mehr als 200 geladenen Gästen am 24. Januar.

Quelle: NGZ
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