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Grevenbroich
Integrationsrat fordert Frauenschwimmen

Grevenbroich. Frage nach einem Sichtschutz bleibt vorerst unbeantwortet. GWG Kommunal will nachträglichen Einbau prüfen. Von Wiljo Piel

Kann das im alten Schlossbad praktizierte Frauenschwimmen ab 2018 auch im Neubau angeboten werden? Diese jetzt im Integrationsrat gestellte Frage bleibt vorerst unbeantwortet. Bauherrin GWG Kommunal will eine Prüfung einleiten, sobald sie das Okay aus dem Rathaus dazu erhält.

Der Knackpunkt ist der Sichtschutz, damit Männer keinen Einblick in die Halle haben. Zwar wird die größtenteils aus Glas bestehende Front des Bades in Höhe des Sportbeckens mit einem Blend- und Sonnenschutz ausgerüstet sein, doch ob der ausreicht, um die Anforderungen an ein Frauenschwimmen zu erfüllen, ist noch unklar. Das soll geprüft werden. GWG Kommunal will darüber hinaus auch die Kosten für den nachträglichen Einbau eines Sichtschutzes ermitteln.

Eine solche Aktion dürfte aber nicht preiswert sein. GWG-Chef Willi Peitz geht, grob geschätzt, von 200.000 bis 300.000 Euro aus - ohne bisher Rücksprache mit den Fachplanern genommen zu haben. Die Steuerungstechnik für die Fenster, die sich zur Liegewiese hin öffnen sollen, befinde sich in einem speziellen Kanal inmitten der Scheiben. Ein nachträglicher Einbau eines Sichtschutzes sei daher recht kompliziert, "wenn er überhaupt machbar ist ", betont Peitz.

Bei einem Ortstermin will sich der Integrationsrat nun selbst ein Bild von der Situation machen. "Möglicherweise", sagt Sozialdezernent Claus Ropertz, "stellt sich dabei heraus, dass ein Sichtschutz auf dem Außengelände ausreichen wird - vielleicht mit Stoffbahnen, wie sie auf Tennisplätzen bekannt sind". Das wäre eine preiswertere Lösung.

"Wir sind für ein Frauenschwimmen und wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten ermitteln, was machbar ist", sagt Willi Peitz. Zur ursprünglichen Bad-Planung gehöre ein solches Angebot jedoch nicht. GWG habe von der Politik den Auftrag erhalten, den Schul- und Vereinssport zu ermöglichen und ein Freizeitvergnügen zu bieten - und das mit möglichst viel Glas. Wie Ismail Yavuz von der Gruppe "Dein Grevenbroich" erklärte, habe der Integrationsrat schon 2014 die Frage nach einem Frauenschwimmen im neuen Bad gestellt - sie sei nicht beantwortet worden. GWG erfuhr wohl erst vor wenigen Tagen von der erneuten Anfrage - reichlich spät.

Das Frauenschwimmen im alten Bad zog in der ersten Saison (2011/2012) pro Termin rund 90 Frauen an, in der zweiten und dritten waren es etwa um die 40. Das waren deutlich mehr Besucher als bei anderen Abendschwimm-Angeboten.

Quelle: NGZ
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