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Grevenbroich
Integrationsrat soll zu ISEK Stellung nehmen

Grevenbroich. Seine Aufgabe ist es, die Angelegenheiten der in der Stadt lebenden Migranten gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu vertreten. Nur scheint das Interesse daran bei den Mitgliedern des Grevenbroicher Integrationsrats nicht besonders ausgeprägt zu sein - das folgert jedenfalls die Stadtratsfraktion von "Mein Grevenbroich" aus der Absage der ursprünglich für den 7. September geplanten Integrationsratssitzung. Mit Unverständnis, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung, müssen man zur Kenntnis nehmen, dass der Integrationsrat der Stadt Grevenbroich offenbar zum wiederholten Mal keinen Handlungs- und Beratungsbedarf sieht.

Dabei, sagt Fraktionschefin Martina Suermann, gebe es - neben den Plänen für eine größere Moschee - viele Fragen, bei denen es sinnvoll sei, dass sich der Integrationsrat einbringt. Durch das Innenstadtentwicklungskonzept ISEK etwa werde gerade das Bahnhofsquartier, ein Bereich mit einem hohen Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund, tangiert. "Es ist für uns unerklärlich, dass es hier keinerlei Themen geben soll, bei denen der Integrationsrat die Interessen der Migranten vertreten kann, die durch ISEK ganz unmittelbar in ihrem Lebensumfeld betroffen sind."

Wünschenswert sei auch, dass der Integrationsrat bei der Planung und Umsetzung des Entwicklungskonzepts als notwendige Schnittstelle zu den Migranten fungiert, sagt "Mein Grevenbroich". "Abgesehen davon hätten wir erwartet, dass sich der Integrationsrat gerade in Zeiten des geringeren Zustroms von geflüchteten Menschen mit Themen beschäftigt, die zur Verbesserung der Integration beitragen", fügt Suermann an. "Diesbezüglich scheinen allerdings keinerlei Konzepte oder Anregungen vorzuliegen, zumindest werden diese nicht kommuniziert. Das bedauern wir sehr."

In Grevenbroich wurde 2010 erstmals ein Integrationsrat als kommunale Migrantenvertretung gewählt. Er setzt sich aus zehn direkt gewählten und fünf vom Rat bestellten Mitgliedern zusammen. "Mein Grevenbroich" schlägt nun vor, dass er bei der nächsten Sitzung des Stadtrats Gelegenheit erhält, über die Inhalte seiner Arbeit zu referieren und speziell zu den Themen Flüchtlingsintegration und ISEK Stellung zu nehmen. Für unsere Redaktion waren die Vorsitzende Makbule Coker und ihr Stellvertreter Yahya Cakar gestern nicht erreichbar.

(juha)
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