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Grevenbroich
Internet-Betrüger auf Bewährung verurteilt

Grevenbroich. Trotz Vorstrafen ließ sich ein Grevenbroicher nicht abhalten, mit geklauten Bankdaten im Netz zu shoppen. Ein Fehler überführte ihn. Von Kilian Treß

Statt seinen Plan bis ins letzte Detail zu überdenken, bestellte ein Grevenbroicher im August 2014 über zuvor gestohlene Bankdaten auf falschen Namen Kleidungsstücke im Wert von rund 557 Euro. Sein folgenschwerer Fehler: Er ließ sich die Waren bei den insgesamt sieben Fällen immer an seine private Adresse liefern. Leichtes Spiel also für die Polizei. "Eine solche Kurzsichtigkeit", sagt Polizeisprecherin Diane Drawe, erleichtere die Ermittlungen der Polizei erheblich.

Der 41-jährige Mann wurde überführt und am Montag vom Amtsgericht Mönchengladbach wegen des Tatvorwurfs "Computerbetrug in sieben Fällen" auf eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Er war einschlägig vorbestraft. Heißt: Er wurde bei einem ähnlichen Delikt zuvor schon einmal überführt. Er hat offenbar keine Lehre daraus gezogen.

Der Polizei werde es aber bei weitem nicht oft so leicht gemacht wie in diesem Fall, sagt Drawe. Schwerwiegender sei der "professionelle Internetbetrug". Oft werden gezielt Waren an unbewohnte Adressen gesendet, wo das Paket dann von einem Komplizen entgegengenommen wird, der sich als Nachbar ausgibt. Die Rückverfolgung bei solchen Fällen gestalte sich dann weitaus schwieriger, sagt Drawe.

Die Auslieferer der Paketlieferdienste wie etwa die Post-DHL-Group lassen sich nach Abgabe der Ware zwar immer Namen des vermeintlichen Nachbarn mit Unterschrift quittieren, zudem gelte Ausweispflicht bei den Paketstationen. Trotzdem können diese Sicherheitsmaßnahmen vorsätzlichen Betrug nicht zu 100 Prozent verhindern. "Wir arbeiten bei Kriminalität eng mit der Polizei zusammen, um Betrug aufzuklären", sagt Konzern-Sprecherin Britta Töllner.

Die meisten dieser Internet-Betrüger hinterließen aber auch Spuren im Netz, sagt die Polizeisprecherin Drawe. Die Aufklärungsquote ist daher relativ hoch. Im Jahr 2014 sind der Polizei 131 solcher Internetbetrugsfälle gemeldet worden. 114 (87 Prozent) wurden aufgeklärt, sieben waren die von dem Grevenbroicher verübten. Im Jahr 2015 konnten von 88 Fällen 82 (93 Prozent) aufgeklärt werden. Die steigende Quote sei allerdings nicht auf die erfolgreiche Polizeiarbeit zurückzuführen. Es handle sich dabei lediglich um jährliche Schwankungen. Im Jahr 2016 können die Betrugsfälle insgesamt wieder steigen, sagt Drawe. Vor allem weil die Tricks der Diebe, an Daten und Passwörter zu gelangen, von Jahr zu Jahr ausgefeilter werden.

Um die Betrugsfälle zu reduzieren, setzt die Polizei deshalb weiterhin auf Prävention. "Verschicken sie niemals ihre Kontodaten per E-Mail SMS, Facebook oder irgendein anderen soziales Netzwerk. Wenn sie eine Bitte dazu erhalten, sind Betrüger am Werk", sagt Drawe. Dasselbe gelte natürlich auch für Telefonate oder Briefe. Auch das Einloggen in E-Mailaccounts an öffentlichen Computern oder Onlinesurfing über ungesichertes W-Lan mit dem Smartphone mache Kunden angreifbar und schnell zu Opfern.

Quelle: NGZ
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