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Grevenbroich
Internetbetrug mit Immobilie im Kapellener Neubaugebiet

Grevenbroich. Grevenbroicher weisen über Facebook auf eine Trickbetrugs-Masche hin. Die Polizei warnt, die Fahndung selbst in die Hand zu nehmen. Von Gundhild Tillmanns

Das Internet wird immer mehr auch zu einem Tatwerkzeugen für Trickbetrüger. In Grevenbroich versuchen aktuell offensichtliche Betrüger über eine Immobilien-Plattform an persönliche Daten von Bürgern zu gelangen. Über diese Masche wird derzeit bei Facebook heftig diskutiert, nachdem eine betroffene Grevenbroicherin den Betrugsversuch durchschaut hat und nun andere warnt.

Die Frau hatte auf das Angebot eines Hauses im Neubaugebiet Kapellen auf der Internetplattform Immobilienscout24 geantwortet. Am nächsten Tag sei das Wohnungsangebot bei Immo-Scout wieder herausgenommen worden. Sie habe aber einige Tage später eine E-Mail von einer Frau erhalten, die sich auf ihre Immobilienanfrage bezogen habe. Die habe vorgegeben, nach England ausgewandert zu sein, um sich dort selbstständig zu machen. Sie sei nur noch in den Ferien in Deutschland und habe deshalb für den Verkauf der Immobilie in Kapellen einen deutschen Immobilienmakler beauftragt.

Die Unbekannte habe die Grevenbroicherin dann gebeten, ihren Personalausweis zu scannen und ihr zu mailen, damit sie einen Besichtigungstermin mit ihr vereinbaren könne. Dazu habe sie angeboten, im Gegenzug ihren Reisepass zu mailen. Das hatte die Grevenbroicherin aber stutzig gemacht. Sie recherchierte und stieß auf Warnungen vor einer Bande aus England, die sich in das Vertrauen der Opfer zu schleichen versuchen, indem sie ihren vermeintlichen Reisepass mailen. "Bitte seid gewarnt!", hatte die Grevenbroicherin bei Facebook geschrieben. Und weitere Betroffene reagierten. Eine schrieb, sie habe das Angebot auch gesehen, sei aber bei dem Preis stutzig geworden. Ein weiterer Grevenbroicher gab zu: "Da das Haus echt toll war und wir dachten, es wäre ein Schnäppchen." Dann seien aber von der vermeintlichen Besitzerin 6000 Euro verlangt worden, damit sie zum Besichtigungstermin von England nach Kapellen kommen könne. Spätestens da sei klar gewesen, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt.

Die Polizei des Rhein-Kreises beobachtet durchaus ein Ansteigen der Internetkriminalität, wie Sprecherin Diane Drawe berichtet. Allerdings werde das Phänomen "Betrug" in der Polizeistatistik nicht näher differenziert. Da zudem nach Tatorten Statistik geführt werde, sei das "Dunkelfeld" entsprechend groß. So komme die angeblich aus England versuchte Betrugsmasche auch hier vor Ort gar nicht erst in die Akten. Die Polizeisprecherin warnt aber: "Immer wieder erfinden Betrüger Geschichten, um ahnungslose Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld zu überweisen."

Daher rät die Polizei, Unbekannten niemals Geld zu überweisen. "Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen", weiß Drawe.

Die Polizei beobachtet laut Drawe aber auch, dass sich in den sozialen Medien immer mehr ein Trend einstelle, dass Bürger anstelle der Polizei Fahndungsaufrufe, teilweise sogar mit Fotos oder Videos, veröffentlichten: "Davor können wir nur warnen, denn so werden leicht auch Falsche verdächtigt und Persönlichkeitsrechte berührt", sagt Drawe und betont: "Fahndung ist die Aufgabe der Polizei."

Quelle: NGZ
 
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