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Grevenbroich
Jäger will Streit mit Hundefreunden im Naherholungsgebiet schlichten

Grevenbroich. Das Elsbachtal ist für Hundebesitzer ein beliebter Ausflugsort. Es ist weitläufig, und die Hunde können ohne Leine gefahrlos in den Wiesen und Feldern toben. Doch genau das ist den Jägern ein Dorn im Auge. "Die Hunde scheuchen die Wildtiere auf", sagt Jäger Peter Wingerath. "Das gefährdet viele Tierarten." Von Kilian Treß

Schon oft lagen er und seine Jäger-Kollegen mit den Spaziergängern deshalb im Clinch. Weltbilder prasselten da regelrecht aneinander. Um die Gemüter zu beruhigen, lud er jetzt Hundebesitzer zu einer Informations-Veranstaltung ein. In einem Planwagen und bei Grillwürstchen erklärte Wingerath den Hundebesitzern seine Aufgaben, in der Hoffnung, künftig ohne Streit auskommen zu können. Er stellte das Revier, Wildruhezonen, und die Wildäcker als Biotope vor, und zeigte jagdliche Einrichtungen sowie Stellen, wo die Wildtiere leben.

Zudem existiert eine WhatsApp-Gruppe, in der Jäger den Hundebesitzern mitteilen, wann und wo sie jagen, damit der Spaziergang besser geplant werden kann. "Ich möchte mit der Aktion erreichen, dass der eine den anderen respektiert und auch toleriert", sagt Peter Wingerath, selbst Hundehalter. Seine Aufgabe als Jäger ist es, den Wildtier-Bestand zu schützen. Das heißt, keine Überpopulation zuzulassen, gleichzeitig aber Tierarten zu schützen, die aufgrund von Umwelt- oder menschlichen Einflüssen beeinträchtigt sind.

Während sich in den vergangenen Jahren die Fuchs- und Rebhuhn-Populationen besonders gut entwickelt haben, ist der Feldhase noch immer ein bedrohtes Tier. 1986 hatte Peter Wingerath auf einem Bruchteil seiner Revier-Fläche noch 600 Feldhasen gezählt. Heute, nur 30 Jahre später, findet er im gesamten Revier nur noch 118. "Nicht einen Hasen werde ich freiwillig abgeben", sagt Wingerath.

Wenn aber Hunde die Jungtiere aus ihrer Deckung aufscheuchen würden, mache das Greifvögel und Krähen auf die Feldhasen aufmerksam. "Den Fressfeinden fallen die Tiere dann zum Opfer", sagt Wingerath. So kann er die Population kaum schützen. "Und ich kann ja schlecht den Hundebesitzern androhen, ihren Hund zu schießen", sagt der Jäger. "Das Tier ist das letzte, das etwas dafür kann."

Quelle: NGZ
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