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Grevenbroich
Jazz-Komponist gibt ein Heimspiel

Grevenbroich: Jazz-Komponist gibt ein Heimspiel
Jonas Windscheid (Mitte) ist Bandleader der Modern-Jazz-Formation "Paintbox". Die Musiker geben ein Gastspiel bei den Grevenbroicher Gitarrenwochen. Im Gepäck haben sie ihr kürzlich veröffentlichtes Album "Ven". FOTO: Paintbox/michele Brancati
Grevenbroich. Jonas Windscheid ist Bandleader der Modern-Jazz-Formation "Paintbox". Der 33 Jahre alte Grevenbroicher freut sich auf den 20. November. Dann tritt seine Band in der Villa Erckens auf. Für Windscheid ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln. Von Andreas Buchbauer

Auf die Rückkehr nach Grevenbroich freut sich Jonas Windscheid bereits. Mit seiner Modern-Jazz-Formation "Paintbox" tritt der 33-Jährige am Freitag, 20. November, bei den Gitarrenwochen in der Villa Erckens auf. "Ich hoffe natürlich, neben Verwandten auch viele alte Schulfreunde beim Konzert begrüßen zu können", sagt er. 2001 hat er sein Abitur am Erasmus-Gymnasium gemacht, danach studierte er an der renommierten Folkwang-Hochschule in Essen sowie in Basel. Dort ist "Paintbox" entstanden. "Die Band ist für mich auch so etwas wie ein Labor, um beim Komponieren einige Dinge auszuprobieren", sagt Windscheid. Für Jazz-Freunde ist es ein Glücksfall, dass dieses "Labor" seine Türen nun weit öffnet und mit dem Album "Ven" im Gepäck live zu sehen ist.

Die Musik zieht den Zuhörer in ihren Bann. Windscheid schreibt "Paintbox" einen eigenen Sound auf den Leib, maßgeschneidert und doch frei, mit vertrackten Rhythmen, spannenden Akkordfolgen. Manchmal baut er Loops ein, Soundschleifen, wie man sie aus der elektronischen Musik kennt. Dabei sind es die kleinen Details, die ein Stück so richtig zum Funkeln bringen. Der Liveauftritt spielt eine große Rolle. Modern Jazz ist komplex, er verlangt den Musikern eine hohe Perfektion und Eingespieltheit ab, dann wird der Sound lebendig. "Man schreibt ja keine Rechenaufgaben. Die Form eines Stücks verändert sich im Bandprozess. Das ist ein enorm wichtiger Input", sagt Windscheid. Wie bei einem Tetris-Spiel fügt sich alles ineinander.

Jonas Windscheid muss ein ziemlich guter Tetris-Spieler sein. Nicht nur als Komponist, sondern auch bei viel banaleren Dingen - zum Beispiel, wenn es darum geht, dass alle Termine der Musiker zusammenpassen wie die Bauklötzchen in dem Computerspiel-Klassiker. Die Mitglieder von "Paintbox" sind nicht nur musikalisch umtriebig, sondern wohnen auch weit verstreut. Windscheid (E-Gitarre) ist vor Kurzem nach Köln gezogen, Pianist Hans Feigenwinter lebt zum Beispiel in Basel, Andreas Böhlen (Alt-Saxofon) in Graz. Komplettiert wird das Quintett von dem aus Venezuela stammenden Roberto Koch (Bass) und Silvio Morger (Schlagzeug). Neben dem Konzert in Grevenbroich wird es in diesem Jahr noch Auftritte in Köln, Bern und Basel geben. Für das nächste Jahr sind weitere Konzertreisen geplant. Das Album "Ven", das in Fachkreisen gute Kritiken erhielt, dient dabei als Visitenkarte.

Seine Begeisterung für Jazz hat Jonas Windscheid im Teenageralter entdeckt. So richtig angefangen hat alles mit der Plattensammlung seines Vaters. Jonas Windscheid war 14, 15 Jahre alt und interessierte sich eigentlich mehr für Rockmusik. Er hörte Smashing Pumpkins, Rage Against The Machine, die Alternative-Helden der späten 90er Jahre eben. Doch dann legte er eines Nachmittags die Platten aus der Sammlung seines Vaters auf. Miles Davis. John Coltrane. John McLaughlin. "Von da an habe ich Jazz immer mehr für mich entdeckt", sagt Jonas Windscheid. Nach der Schule entschied er sich für das Musikstudium. Man hört ihm die Begeisterung an - und in seinen Kompositionen.

Quelle: NGZ
 
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