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Grevenbroich
"Jede Wahl ist ein neues Bitten um Vertrauen"

Grevenbroich: "Jede Wahl ist ein neues Bitten um Vertrauen"
Hermann Gröhe war jetzt zu Gast auf dem blauen NGZ-Sofa. FOTO: Tinter
Grevenbroich. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe war zu Gast auf dem blauen NGZ-Sofa. Mit Redaktionsleiter Ludger Baten plauderte der CDU-Politiker aus Neuss über Politisches und Privates. Von Wiljo Piel

Dass er in letzter Zeit etwas mehr Sport treibt, hat sich bemerkbar gemacht: "Es ist das erste Mal, dass die Uniformjacke nicht zu eng ist", sagte Hermann Gröhe mit einem Blick auf das unmittelbar bevorstehende Neusser Schützenfest. Bei dem Großereignis, das am Samstag startet, mischt der Bundesgesundheitsminister seit mehr als 30 Jahren aktiv mit. Er gehört der Schützenlust im Zug "Frischlinge" an, der mit Gerd Philipp Sassenrath den aktuellen König stellt. "Das ist ist etwas Besonderes", stellte Gröhe klar. Der Gedanke, auch mal selbst an die Vogelstange treten zu wollen, sei jedenfalls durch die Amtsübernahme seines Zugkollegen neu beflügelt worden.

Beim Talk auf dem blauen NGZ-Sofa im Hotel Montanushof zeigte sich der Gast aus Berlin bestens aufgelegt. Hermann Gröhe plauderte mit Redaktionsleiter Ludger Baten in entspannter Atmosphäre munter über Privates und Politisches. Partnerschaftlich unterstützt wurde die Talk-Veranstaltung einmal mehr von der Raiffeisenbank Grevenbroich, die mit dem Vorstandsvorsitzenden Friedhelm Franken prominent vertreten war.

Dass im Rhein-Kreis vier Rathäuser mittlerweile "rot" sind und zwei Landtagswahlkreise von SPD-Bewerbern direkt geholt wurden, mache ihm keine Bange vor 2017. Er gehe mit Zuversicht in das Superwahljahr, betonte Gröhe. Obwohl: "Es gibt keine Erbhöfe mehr", stellte er fest: Jede Wahl ist ein neues Bitten um Vertrauen - und das macht die Wahlkämpfe sicherlich anstrengender." Der vierfache Familienvater ist aber davon überzeugt, dass Vertrauen nicht im Wahlkampf gewonnen werden könne - "sondern in den vier Jahren dazwischen".

Und in denen bemühe er sich, in der Hauptstadt nicht nur Themen aus seinem Ressort, sondern auch aus seiner Heimat im Auge zu halten. "Energiepolitik betreibe ich in Berlin auch mit Blick auf meinen Wahlkreis", sagte der Minister beispielhaft. Mit Interesse verfolge er zudem die Entwicklung der Krankenhauslandschaft und die Diskussion über die Zukunft der Rhein-Kreis-Kliniken. Eine bessere Vernetzung sei notwendig - und es sei klug, sich Verbündete zu suchen. "Den Prozess, der jetzt losgegangen ist, finde ich richtig", sagte Gröhe.

Gesundheitspolitik sei ein lokales, andererseits auch immer mehr ein globales Thema in einer zusammenwachsenden Welt, unterstrich der Minister auf dem blauen NGZ-Sofa. Mit den Flüchtlingsströmen sei seiner Meinung nach aber keine Gesundheitsgefahr für Deutschland verbunden. Zwar gebe es meldepflichtige Krankheiten, jedoch keine unbehandelbaren.

"Privat- und Geschäftsreisen sind ein großer Grund, um aufmerksam zu sein", meinte Gröhe mit Blick auf gefährliche Krankheiten, die per Flugzeug eingeschleppt werden könnten. "Das macht deutlich, wie wichtig Notfallpläne sind", sagte Gröhe. Er sei froh darüber, dass ein Welt-Drehkreuz wie der Frankfurter Flughafen eine eigene Klinik von herausragender Kompetenz habe.

Was die aktuelle Debatte um steigende Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkasse betrifft, stehe er zu seiner Aussage: Er warne vor "Spekulationen und Panikmache", sagte Gröhe. Die Finanzlage der Krankenkassen sei absehbar besser als von Kritikern dargestellt, sagte der Gesundheitsminister.

Und dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung fordere, wertete Hermann Gröhe lediglich als "Wahlkampf". Dagegen sei aber nichts einzuwenden: "Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn die Leute merken, dass Koalition nicht Fusion heißt," sagte Gröhe. Die schwarz-gelbe Koalition im Rhein-Kreis Neuss arbeite da deutlich geräuschärmer, betonte Hermann Gröhe - "aufgrund größerer Gemeinsamkeiten", fügte er hinzu.

Quelle: NGZ
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