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Grevenbroich
Journalisten sprechen über das neue Gespür für Medien

Grevenbroich. Bei der Talkreihe "Klönen bei Kruchens" ging es diesmal darum, wie wichtig es ist, auch mal abzuschalten.

Eigentlich, vermutete die Journalistin Birgit Wilms im Vorfeld, sei das Thema "Auszeiten aus dem virtuellen Leben" nicht so ganz das, was Menschen in einem Senioren-Wohnpark interessieren würde. Doch weit gefehlt: Bei der Frage, wie viele der rund 50 älteren Herrschaften, die die Gesprächsrunde im Wohnstift St. Martinus Wevelinghoven verfolgten, ein Handy in ihrer Tasche hätten, gingen fast alle Arme nach oben. Das zeigt: Moderne Medien sind in allen Generationen angekommen. Schließlich liegt es - davon ist auch die RP-Redakteurin Dorothee Krings fest überzeugt - in der Natur des Menschen, immer das Neueste erfahren zu wollen.

Immer alles mitbekommen und die Angst davor, etwas zu verpassen: Das sorgt auf Dauer für Druck. In der dritten Veranstaltung der Kulturreihe des Pfarrvereins "Klönen bei Kruchens" ging es jetzt genau darum, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein für Medien zu entwickeln und auch mal abzuschalten. "Die Medienentwicklung überschlägt sich. Es öffnen sich immer neue Tore", sagte Dorothee Krings. Sie selbst hat in ihrer Ausbildung noch Setzer in den Druckereien kennengelernt. "Die E-Mail hat die Arbeit der Journalisten revolutioniert. Auch Facebook bietet ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation", sagte die Redakteurin, die guten Gewissens dafür wirbt, Medien in Maßen zu konsumieren. Die Menschen müssten lernen, damit umzugehen, dass Medien fast immer allgegenwärtig sind - und dass das Loslassen für Entspannung sorgen kann.

Dieses Loslassenlernen ist jedoch einfacher gesagt, als getan. Viele der Zuhörer im Wevelinghover Seniorenstift berichteten etwa, dass ihre Enkel kaum einen Moment ohne ihr Smartphone verbringen könnten. "Das Loslassen hat etwas mit Selbstdisziplin zu tun", erklärte Dorothee Krings. Bei Jugendlichen sei das noch etwas ganz anderes. Sie müssten auch durch klare Ansagen der Eltern an einen gemäßigten Medienkonsum herangeführt werden. Und Eltern müssten selbst als positives Beispiel vorangehen.

"So kann jeder den Medien auch im Zeitalter von Facebook, Twitter und WhatsApp Grenzen setzen. Das kann helfen, Druck abbauen", sagte Birgit Wilms.

(cka)
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