| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Jüchener berichtet aus Rio

Grevenbroich. Von den Paralympics in Rio de Janeiro wird der 18-jährige Julian Hilgers aus Aldenhoven berichten. Auch bei seiner Vorbereitungszeit jetzt in Brasilien fürchtete er keine Ansteckung mit dem Zika-Virus.

Angst vor Mücken und insbesondere vor der Mücke, die den Zika-Virus überträgt, hat der 18-jährige Jüchener Julian Hilgers nicht. Der Jungreporter, der im September von den Paralympics in Rio de Janeiro berichten wird, hat jetzt seine Vorbereitungswoche in Brasilien hinter sich gebracht und festgestellt: "In Brasilien hat sich die Aufregung um den Zika-Virus wieder gelegt. Wir gehen alle davon aus, dass auch die Paralympics, wie geplant, stattfinden werden."

Im Vorfeld hatten nämlich Gesundheitsexperten und Sportler Bedenken wegen des Infektionsrisikos bei den Olympischen Spielen in Rio im August und natürlich auch bei den anschließenden Paralympics geäußert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist aber gegen eine Verschiebung oder Verlegung der Olympischen Spiele in Rio. Diese würden die weltweite Ausbreitung von Zika nicht signifikant beeinflussen. Schwangere sollen laut WHO Brasilien meiden und Reisende im Lande selbst die überfüllten Armenviertel.

Solche Viertel sind ohnehin nicht das Zielgebiet für den Journalistikstudenten aus Aldenhoven und seine Kollegen. Das Gästehaus, in dem er mit weiteren neun jungen Deutschen, zwei Briten und zehn brasilianischen Nachwuchsjournalisten auch im September wohnen wird, liegt außerhalb der Großstadt. Von dort wird er gemeinsam mit seinen Kollegen dann zu den Sportstätten pendeln.

Zur Vorbereitung in Rio de Janeiro gehörte für die jungen Reporter auch ein Training, wie man sich im Falle eines Raubüberfalles auf der Straße verhält. Aber auch das schreckt den passionierten Fußballer des SV Bedburdyck-Gierath nicht ab. Unterweisungen in landestypischen Tischsitten - "in Brasilien gilt es als unhöflich, wenn man sich am Tisch die Nase putzt" - hat er auch bereits verinnerlicht. Seine erste journalistische Arbeit hat der junge Jüchener schon zur Vorbereitung der Paralympics abgeliefert, die auch mit einem Video auf der Facebookseite der /(www.facebook.com/ParalympicsZeitung) verbunden ist. Julian Hilgers hat den Paralympics-Teilnehmer Hans-Peter Durst aus Dortmund interviewt, der in Rio in der Disziplin Rad auf der Bahn antreten wird. In die "Geheimnisse" dieser Behinderten- Sportart muss sich der 18-Jährige jetzt genauso einarbeiten, wie in die übrigen Disziplinen, für die er schließlich als Experte aus Rio berichten soll. Das sind außerdem Fünferball (Blindenfußball mit fünf Spielern), Rollstuhl-Tennis und Sitzvolleyball. Einige Kenntnisse im Sitzvolleyball hatte er sich bereits für seine Bewerbung als Nachwuchsreporter in Rio angeeignet.

Nun geht es aber darum, dass Julian und seine Kollegen nicht nur alle Regeln der für sie noch fremden Sportarten auswendig kennen. Sie müssen auch sämtliche Sportler "quasi von weitem" erkennen, wenn es ab dem 6. September in Rio de Janeiro ernst wird. Schließlich steht viel auf dem Spiel und auf dem Papier von Sonderausgaben mit einer Million Auflage, die die Jungjournalisten für den "Berliner Tagesspiegel" mit den Texten beliefern sollen. Julians britische Kollegen sind für die Zeitungs-Beilagen in englischer Sprache zuständig, die brasilianischen Nachwuchsreporter für den portugiesischen Teil; und alle steuern ihre Video- und sonstigen Beiträge natürlich auch noch über das weltweitlmee Internet bei.

Kein Wunder, dass Julians Familie und Freunde in Jüchen-Aldenhoven und sicher auch seine Lehrer aus dem Gymnasium in Jüchen mächtig stolz auf "ihren" Olympia-Reporter sind.

Gundhild Tillmanns

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Jüchener berichtet aus Rio


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.