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Grevenbroich
Jugendamt plant Vereinbarung für das Kindeswohl

Grevenbroich. Die Stadt will mit Organisationen die Handlungsschritte bei einer Gefährdung von Kindern und Jugendlichen regeln.

Die Stadt will die Zusammenarbeit beim Einsatz gegen Kindeswohlgefährdung auf eine neue Basis stellen. Im Jugendhilfeausschuss legte der Jugendfachbereich den Entwurf für eine neue Vereinbarung zwischen dem Jugendamt, den Jugendhilfeträgern und sogenannten Geheimnisträgern - von Ärzten über Lehrer bis zu Familienberatern - vor.

"Bislang haben wir mit den einzelnen Institutionen separate Vereinbarungen geschlossen. Dies möchten wir nun vereinheitlichen", erläuterte Karin Unverhau vom Jugendamt im Ausschuss. "Unser Ziel ist es, dass der Allgemeine soziale Dienst bei einer Kindeswohlgefährdung so früh wie möglich informiert wird. Und es ist besser, einmal zu viel als einmal zu wenig anzurufen."

In der neuen Vereinbarung werden die nötigen Handlungsschritte festgelegt. Kann eine Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen nicht anders abgewendet werden, ist "unverzüglich" das Jugendamt zu informieren - außerhalb der Öffnungszeiten über dessen Bereitschaftsdienst. Die Einschätzung eines Gefährdungsrisikos sollen in den Institutionen besonders qualifizierte Fachkräfte vornehmen, doch über die verfügen nicht alle Organisationen. In diesem Fall ist im Papier explizit nur die Fachkraft des Allgemeinen Sozialen Dienstes als Ansprechpartnerin aufgeführt. Das stieß im Ausschuss auf Kritik bei Martin Braun vom Caritasverband: "Es gibt neben der Stadt weitere Stellen mit Fachkräften, an die man sich wenden kann - beispielsweise die Ambulanz für Kinderschutz." Brauns Befürchtung gilt Fällen, in denen noch unklar ist, ob eine Gefährdung vorliegt, und eine Organisation mit einem qualifizierten Ansprechpartner sprechen möchte, ohne gleich Namen zu nennen. "Wenn man sich dann an einen Vertreter des Jugendamtes wendet, kann dort schnell klar sein, um wen es sich handelt. Man würde sozusagen das Jugendamt fragen, ob man sich ans Jugendamt wenden soll", sagte Brun. Karin Unverhau und er sollen nun für die Vereinbarung eine Lösung finden - etwa eine Liste mit Ansprechpartnern als Anhang. Grundsätzlich sprach sich der Caritas-Vertreter klar für die Vereinbarung aus: "Es ist gut, dass die Stadt diesen Schritt geht."

(cso-)
 
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