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Grevenbroich
Jugendliche reparieren altes Segelflugzeug

Grevenbroich. Erfahrene Mitglieder des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss zeigen, wie ein Segelflugzeug wieder startklar gemacht wird. Von Sebastian Bergmann

In blaue Arbeitskittel gehüllt, sitzen Fabian Mecking (15 Jahre), Daniel Bokler (16) und Sarah Gross (15) in der Werkstatt des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss. Während der Regen an diesem nasskalten Tag schier unaufhörlich gegen die Fensterscheiben prasselt, hämmern die drei Nachwuchsflieger in der Vereinswerkstatt im Gymnasium Norf kleine Nägel in Holzbretter. "Diese Arbeit ist nicht wirklich spannend, aber die Nagelleisten werden gebraucht, um die Nasenwölbung bei der Leimung zu fixieren. Schließlich wollen wir im Sommer wieder fliegen können", sagt Fabian Mecking und lacht.

Von November bis Ende März befindet sich der Segel- und Modellflugzeugclub aus Grevenbroich und Neuss in der Winterpause. Die Mitglieder nutzen die Zeit, um die Flugzeuge zu warten und auf die nächste Flugsaison auf der Gustorfer Höhe vorzubereiten. Insgesamt acht Vereinsflieger besitzt der Verein, darunter drei Doppelsitzer. Die "K8" zählt zu den ältesten Segelflugzeugen des Aero-Clubs. Vor zwei Jahren war es beim Ausrollen gegen ein Hindernis geprallt, das Holz an der Tragfläche wurde gebrochen. Danach war das mehr als 50 Jahre alte Flugzeug nicht mehr flugfähig. "Aber wir haben die glückliche Situation im Verein, dass wir engagierte Oldies und Jugendliche haben, die sich darum kümmern", sagt Hans-Gerd Philipsen, der seit 1980 Mitglied des Vereins ist. Gemeinsam mit den erfahrenen Segelfliegern Horst Verhuven, Klaus Kühn und dem Vereinsvorsitzenden Norbert Diekneite ist er heute gekommen, um die Nachwuchs-Piloten bei den Reparaturarbeiten zu unterstützen.

Damit das Schulungssegelflugzeug K8 bis zum Start der Saison wieder einsatzbereit ist, werkeln die fleißigen Mitglieder des Aero-Clubs mehrere Tage und unzählige Stunden in der Woche daran. In ausdauernder Kleinstarbeit werden "Rippen" und "Nasen" aus Holz erstellt, die später mit Spezialleim fest mit dem Flügel verbunden werden. Für die "Rippen" des Fliegers muss zunächst eine Schablone hergestellt werden, dann das fertige Bauteil. "Und alles ist Handarbeit", erklärt Norbert Diekneite. Daniel Bokler findet die Arbeit in der Werkstatt spannend. "Schon seit Beginn der Winterpause arbeiten wir daran", sagt der 16-Jährige. Er findet, dass es "besonders interessant zu sehen ist, wie so ein Flieger von innen aussieht." Fabian Mecking pflichtet ihm bei: "Aber natürlich freuen wir uns auch schon richtig aufs Fliegen." Zum Segelsport gefunden haben Fabian, Daniel und Sarah über ihre Eltern. "Mein Vater ist Fluglehrer und auch meine Mutter fliegt. Klar, dass ich auch meinen Segelflugschein machen möchte", sagt Sarah Gross. Während Fabian und Daniel bereits erste Alleinflüge machen durften, wartet Sarah noch auf ihren großen Tag. In der kommenden Saison soll es aber soweit sein - mit der dann fertigen K8. Norbert Diekneite arbeitet derweil mit einer brandneuen Maschine für Schleif- und Polierarbeiten, die der Aero-Club erst kürzlich von der Firma 3M gesponsert bekommen hat. "Etwa ein Drittel unserer Segelflieger ist unter 25 Jahren", sagt er und zählt auf: "Derzeit haben wir allein 70 aktive Vereinsmitglieder in der Segelflugabteilung." Das Segelfliegen ist bereits ab 14 Jahren erlaubt, die Ausbildung dauert im Normalfall zwischen zwei und drei Jahren.

Quelle: NGZ
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