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Grevenbroich
Junges Renn-Talent aus Grevenbroich

Grevenbroich. Lars Peucker saß mit acht Jahren erstmals hinter dem Lenkrad eines Karts. Mit 20 jagt er nun mit seinem BMW über die Nordschleife des Nürburgrings. Obwohl neu im Renn-Zirkus, stand der Grevenbroicher schon auf dem Siegertreppchen. Von Wiljo Piel

Der Dreier-BMW hat schon einige Jahre auf dem Buckel. 1992 ist das Auto vom Band gerollt. Doch Alters-Wehwehchen hat der 146 PS starke Flitzer nicht. Im Gegenteil: Er flitzt wie ein Neuer über den Nürburgring. Das liegt nicht nur an der guten Pflege, sondern auch am Fahrer. Hinterm Lenkrad des Bayern sitzt der 20 Jahre alte Lars Peucker - der gilt als ein echtes Nachwuchstalent.

Der Grevenbroicher startet in diesem Jahr erstmals in der RCN-Rundstrecken-Challenge auf dem Nürburgring - und das recht erfolgreich. Bei seinem ersten Einsatz im Mai sicherte sich der Industriemechaniker-Geselle, der bei Hydro Aluminium arbeitet, auf Anhieb den vierten Platz in seiner Klasse (V2). Noch besser lief es dann beim nächsten Rennen im Juni: In einem spannenden Rennen über 15 Runden konnte er sogar den Sieg für sich verbuchen. Im Juli geht es wieder auf den Ring: "Mal sehen, wie es dann läuft", meint der 20-jährige Grevenbroicher gelassen.

Die Motorsportbegeisterung liegt offenbar in den Genen des Youngsters. Denn Vater Heinz Willi (50) gehört seit 35 Jahren dem Rallye-Club Neuss an und hat sich dort insbesondere die Förderung des Nachwuchses auf seine Fahnen geschrieben. Gemeinsam mit Sohn Lars bildet er nun ein echtes Renn-Team, das - ergänzt durch Freunde und Bekannte - auf dem Nürburgring kräftig mitmischt.

"Als Kind war ich mit meinem Vater oft am Ring, da habe ich die Liebe zum Motorsport entdeckt", erinnert sich Lars Peucker. Im Alter von acht Jahren begann er auf der Schumacher-Bahn in Kerpen mit dem Kartsport. Mit 15 folgten erste Versuche im Automobil-Slalom, den er gemeinsam mit seinem Vater auch heute noch im Neusser Rallye-Club erfolgreiche betreibt. Unter anderem gewann der 20-Jährige zweimal in Folge auf einem VW Golf die ADAC-Nachwuchswertung.

Die beiden Fahrzeuge werden von Vater und Sohn in der privaten Werkstatt selbst vorbereitet. Bei den Rennen ist ein kleines Team mit von der Partie, das die Wartung übernimmt. "Das ist ein schönes, aber auch aufwendiges Hobby", sagt Heinz Willi Peucker. Und ein kostspieliges obendrein. Denn die Finanzierung ihrer Rennen übernehmen die beiden Motorsport-Fans eigenständig - "ohne Sponsoren ist das dementsprechen schwierig", betont der Vater. Alleine in einer Nürburgring-Saison werden mindestens vier Sätze Reifen verheizt. Und das kostet.

Umso größer ist aber die Freude über den Erfolg auf der Nordschleife der legendären Eifelstrecke. Erst recht, da es erst der zweite des im Winter gekauften Rennfahrzeugs war. Sofort nach der Heimreise rollte das Auto des talentierten Nachwuchsfahrers zurück in die Werkstatt, um mit den Vorbereitungen für den nächsten Lauf zu beginnen, der am 9. Juli auf dem Terminkalender steht.

Der große Traum der beiden Motorsportfans: "Einmal an den Langstrecken-Meisterschaften teilnehmen." Dieses Ziel hat Lars Peucker vor Augen - und er ist ehrgeizig genug, daran stetig zu arbeiten.

Quelle: NGZ
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