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Grevenbroich
Kanadagänse sorgen für Ärger

Grevenbroich: Kanadagänse sorgen für Ärger
Im Stadtpark halten sich immer mehr Kanadagänse auf. FOTO: TVB
Grevenbroich. Hinterlassenschaften der Wasservögel führen zu Beschwerden im Rathaus. Von Wiljo Piel

Es sind ausgerechnet die prächtigen Kanadagänse, die derzeit für Beschwerden im Rathaus sorgen. Genauer gesagt, sind es nicht die stattlichen Wasservögel selbst, die so manchen Bürger auf die Palme bringen, sondern vielmehr die Hinterlassenschaften der Tiere. Immer häufiger werden die großen Mengen an Kot beklagt, die auf den Rasen- und Wegeflächen des Stadtparks zu finden sind. Hat Grevenbroich ein Gänse-Problem?

"Nein, ein Fütter-Problem", sagt der städtische Umweltbeauftragte Norbert Wolf. Weil immer mehr Spaziergänger meinen, den Vögeln etwas Gutes tun zu müssen, hat die Kanadagans-Population im Stadtpark sichtbar zugenommen. "Vor wenigen Jahren waren es nur einige Paare, die an der Erft brüten. Durch das verstärkte Füttern sind immer mehr Tiere angelockt worden, mittlerweile sind es 29 Gänse, die sich an einer Stelle des Parks aufhalten", schildert Wolf.

Und die hinterlassen sichtbar viel Dreck. "Der Verdauungstrakt von Kanadagänsen arbeitet wie ein kleiner Hochtemperaturreaktor", meint der Umweltbeauftragte schmunzelnd: "Ein Happen braucht von der Schnabelspitze bis zum Ausgang unter dem Bürzel gerade mal 20 Minuten. Dementsprechend häufen sich die Hinterlassenschaften im Stadtpark, und darüber werden immer wieder Beschwerden von Spaziergängern laut."

Dass Familien mit Kindern gerne zum Entenfüttern an die Erft gehen, kann Norbert Wolf gut nachvollziehen. Allerdings weist er auch darauf hin, dass das Füttern von Wasservögeln und Fischen auf öffentlichem Grund verboten ist - das regelt der Paragraf 12 der städtischen Gefahrenabwehrverordnung.

Und das aus gutem Grund, wie der Umweltbeauftragte meint: Weil den Tieren meist Brot und damit kein artgerechtes Futter hingeworfen wird, kann es immer wieder zu Erkrankungen kommen. "Gewürze und Treibmittel sind nicht unbedingt das, was einem Vogelmagen guttut", sagt Norbert Wolf. Hinzu kommt, dass häufig Brotreste liegenbleiben - und die locken Ratten an. "Da der Futterstrom für die Nager an bestimmten Stellen nicht abreißt, kann es dort zu einer dauerhaften Plage kommen", berichtet der Umweltbeauftragte. Leidtragende seien dann etwa die Anwohner der Stadtparkinsel, die ihre Terrassentüren stets geschlossen halten müssten, weil sonst Ratten in ihre Häuser dringen könnten.

Norbert Wolf appellierte gestern an Spaziergänger, das Füttern von Wildvögeln entlang der Erft zu unterlassen: "Damit tut man keinem einen Gefallen."

Quelle: NGZ
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