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Grevenbroich
Kandidat aus Lippe bietet Bundestags-Chance für Krützen

Grevenbroich. SPD-MdB Dirk Becker kandidiert als Bürgermeister. Gewinnt er, rückt Klaus Krützen in den Bundestag nach. Doch will er das überhaupt? Von Wiljo Piel

Sollte der SPD-Bundestagesabgeordnete Dirk Becker am 13. September zum Bürgermeister von Oerlinghausen (Kreis Lippe) gewählt werden, wäre das eine Chance für Klaus Krützen. Der Kreisvorsitzende der SPD könnte dann in den Bundestag nachrücken - falls er nicht Bürgermeister in Grevenbroich wird.

Krützen, der 2013 kandidiert hatte und sein Ticket nach Berlin nur knapp verpasste, hat weiterhin gute Chancen, während der Legislaturperiode in den Bundestag einzuziehen. Denn er ist nach wie vor erster NRW-Nachrücker. Im Klartext: Scheidet ein SPD-Abgeordneter aus Nordrhein-Westfalen aus dem Bundestag aus, ist Krützen drin.

Eine Chance dazu bietet Dirk Becker. Der SPD-Mann vertritt seinen Wahlkreis bereits seit zehn Jahren in Berlin und hat es zum wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher seiner Bundestagsfraktion gebracht. In seiner lippischen Heimatstadt Oerlinghausen (16 683 Einwohner) bewirbt er sich nun um das Amt des Verwaltungschefs. Seine Aussichten auf den Bürgermeisterposten sind augenscheinlich nicht schlecht. Immerhin holte die SPD bei den Stadtratswahlen im Vorjahr rund 37,9 Prozent und legte im Vergleich zu 2009 noch einmal 5,9 Prozent dazu. Mit 14 Mandaten sind die Sozialdemokraten die stärkste von fünf Fraktionen im Oerlinghausener Rat. Die CDU bringt es auf elf Sitze.

Ein Garant für den Wahlsieg ist das jedoch noch nicht. Denn Beckers Gegenkandidatin ist die parteilose Ursula Herbort - und die sitzt bereits seit 1999 auf dem Bürgermeisterstuhl im Oerlinghausener Rathaus. Der SPD-Kandidat traut der Amtsinhaberin nach 16 Jahren keinen Neuanfang mehr zu und ruft zum Wechsel auf. Neben seiner eigenen Partei unterstützen ihn dabei die Grünen, die FDP und die Freien Wähler. Die CDU steht indes hinter einer Verlängerung der Amtszeit von Ursula Herbort.

Klar, dass Klaus Krützen die Entwicklung im Nordosten von Nordrhein-Westfalen aufmerksam verfolgt. "Dirk Beckers Chancen stehen nicht schlecht", sagt er. Hoffnung auf ein Bundestagsmandat mache sich Krützen jedoch nicht: "Für mich genießt der Bürgermeister-Wahlkampf oberste Priorität. Sollte ich gewählt werden, sehe ich die fünfjährige Amtszeit als eine Verpflichtung an. Ein Nachrücken kommt für mich nicht in Frage."

Sollte Krützen aber die Wahl verlieren und Becker gewinnen, sehe die Sache anders aus: "Dann muss man die Situation neu bewerten."

Quelle: NGZ
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