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Analyse
Kandidaten-Runde zur Wahl

Analyse: Kandidaten-Runde zur Wahl
Die Kandidaten Dirk Heyartz, Klaus Krützen, Ursula Kwasny und Martina Suermann mit UWG-Chef Leo Oehmen und Moderator Horst Uhl (v.l.). Kandidat Michael Zimmermann wollte nicht mit aufs Foto. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Fünf der sieben Bewerber um den Bürgermeisterposten stellten sich jetzt in einer öffentlichen Talkrunde vor. Der große Show-down blieb aus. Von Andreas Buchbauer und Wiljo Piel

Der Termin war exakt gewählt: Genau einen Monat vor der Wahl am 13. September trafen die sieben Bewerber um das Bürgermeisteramt am Donnerstagabend im Bernardussaal aufeinander. Doch zum ganz großen Showdown kam es nicht. Zwei Bewerber hatten ihre Teilnahme an der von der UWG organisierten Podiumsdiskussion schon im Vorfeld abgesagt: Hans-Günter Schönaich begründete dies mit dem Rahmen der Veranstaltung sowie der Rolle der UWG, die die seiner Meinung nach "bescheidene" Ratspolitik der letzten Jahre mit zu verantworten habe. Daniel Habicht hingegen musste wegen einer kurzfristigen Erkrankung passen. Die fünf verbliebenen Bewerber vertraten ihre ohnehin schon bekannten Positionen zum Teil mit erstaunlich wenig Esprit.

Bei brüllender Hitze im Bernardussaal uferte manche Ausführung während der Podiumsdiskussion zudem zu epischer Länge aus - und führte zu Kopfschütteln bei vielen Besuchern. Die Höhepunkte fanden sich daher auch weniger in den Programmen der Bewerber, sondern mehr in kuriosen Anmerkungen. So war zwischendurch bei vielen Besuchern kurz Kopfrechnen angesagt, nachdem Bürgermeisterin Ursula Kwasny erklärte, dass sie eine 65-Stunden-Woche habe. Einzelbewerber Michael Zimmermann sah dies als keine allzu große Leistung an. Er arbeite in der Regel nicht unter 140 Stunden pro Woche, ließ er die staunenden Anwesenden wissen.

Podium war die Verwaltungsbank des Bernardussaals, hinter der sich die fünf Bewerber brav aufreihten. Martina Suermann konnte bei dieser Gelegenheit schon einmal testen, wie es sich anfühlt, Bürgermeisterin zu sein. Denn die Kandidatin von "Mein Grevenbroich" saß exakt an der Stelle, an der normalerweise die Amtsinhaberin die Rats- oder Hauptausschusssitzungen leitet. Trotz der Top-Position fiel Suermanns Auftritt insgesamt blass aus - viel zu lange Ausführungen statt knackiger Statements. Überhaupt wurde zu viel am Thema vorbeigeredet. Vor allem die langen Vorstellungsrunden, zunächst ohne Zeitlimit, waren für das Publikum eher ermüdend statt informierend. Weniger wäre mehr gewesen. Hervor stachen Ursula Kwasny (CDU), die ihre politische Linie energisch verteidigte, und vor allem Klaus Krützen (SPD), der sich gut verkaufte.

Unter dem Strich konnten die etwa 150 Zuschauer sich ein Bild davon verschaffen, wer denn so alles am 13. September seinen Hut in den Ring werfen wird. Ob die UWG aber ihr Ziel, mehr Lust auf die Wahl zu machen, mit dieser Veranstaltung erreicht hat, ist eher fraglich.

Quelle: NGZ
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