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Grevenbroich
Kapellener diskutieren Probleme im Ort

Grevenbroich: Kapellener diskutieren Probleme im Ort
Kapellen wächst seit Jahren - das bringt auch Probleme mit sich. Darüber diskutierten jetzt Bewohner beim CDU-Bürgertreff. FOTO: L. berns
Grevenbroich. Besucher des CDU-Bürgertreffs befürchten, dass die Zahl der Kita-Plätze bald nicht reicht. Ein weiteres Thema: Glasfaser. Von Christian Kandzorra

Durch das große Neubaugebiet im Norden des Stadtteils wächst Kapellen stetig. Das klingt erst einmal gut, bringt aber auch Probleme mit sich: Wie steht es um die Wohn- und Lebensqualität im Ort? Vor allem das Angebot an Kindergarten- und Ogata-Plätzen beschäftigte jetzt die Teilnehmer beim Bürgertreff, zu dem der CDU-Ortsverband Kapellen um ihre Vorsitzende Maria Becker ins Gasthaus Ratsschänke geladen hatte. Rund 40 Bürger diskutierten mit den Politikern. Auch der geplante Glasfaser-Anschluss war ein großes Thema.

Anstoß für den Bürgertreff war die "Mobile Redaktion" unserer Zeitung Ende April. "Wie familienfreundlich ist die Stadt?", hatte die NGZ gefragt. Viele Neubürger kritisierten unter anderem, dass es in Kapellen zu wenig Kita-Plätze gebe. Ähnliche Bedenken äußerten auch Teilnehmer beim CDU-Bürgertreff. Sie befürchten im wachsenden Stadtteil künftig eine Unterversorgung bei Kindergärten und Offenen Ganztagsgrundschulen.

Wolfgang Hufendiek, stellvertretender Leiter des Jugendamtes, erklärte dagegen: "Wir sehen aktuell keine gravierenden Probleme, was die Anzahl von Betreuungsplätzen im Neubaugebiet betrifft." Er sprach lediglich von "leichten Defiziten" und nicht von Engpässen in Kindergärten und Schulen. Sollte es doch einmal eng werden, müssten Eltern ihre Kinder notfalls in Kitas oder Schulen der benachbarten Orte unterbringen.

Bei Elternteilen wie Sven Sawatzki oder Gero Schallenberger aus den neuen Teilen von Kapellen stößt das auf Unverständnis. "Viele Familien ziehen doch extra in die Neubaugebiete, damit ihre Kinder dort soziale Kontakte knüpfen können; damit sie dort in den Kindergarten oder in die Schule gehen können", sagt Sawatzki. Wolfgang Hufendiek kann die Bedenken der Eltern nachvollziehen, verweist aber gleichzeitig darauf, dass jedem Kind innerhalb des Stadtgebiets ein Kita-Platz garantiert werden könne. Claus Stappen vom CDU-Ortsverband erklärte dazu: "Die Kinderzahl im Neubaugebiet wurde unterschätzt." Mit Wolfgang Hufendiek und den drei direkt gewählten CDU-Ratsleuten Sabina Kram, Mirko Gössing und Ralf Cremers ist er sich einig, dass - sofern der dritte Wohngebiets-Abschnitt im Neubaugebiet bebaut wird - ganz neu gedacht werden muss.

Das zweite große Thema beim Bürgertreff der CDU war der Anschluss ans Netz der Deutschen Glasfaser, für den das Unternehmen derzeit zahlreiche Verträge mit Bürgern in Kapellen und Umgebung abschließt. Die Deutsche Glasfaser will Kapellen ans Netz anschließen und den Bürgern damit ein schnelleres Internet bieten.

Dafür müssen 40 Prozent der Einwohner mitziehen. "Das wird eng", sagt Nicole Holländer von der Deutschen Glasfaser. Aktuell hätten rund 15 Prozent aller Kapellener einen Vertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen. Das denkt darüber nach, die Anmeldefrist über den 29. Juni hinaus zu verlängern. Beim CDU-Treff machten Bürger auf einen nach wie vor großen Informationsbedarf aufmerksam.

Quelle: NGZ
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