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Grevenbroich
Katzen-Kastrationspflicht der Stadt in Kraft getreten

Grevenbroich. Überfüllte Tierheime, wilde Katzen in der Stadt: Der Rat will des Problems nun mit einer Kastrationspflicht Herr werden.

Wie viele Katzen seit dem 1. Juni, dem Stichtag an dem die sogenannte Ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt Grevenbroich über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von freilaufenden Katzen in Kraft getreten ist, tatsächlich kastriert wurden, wurde bislang nicht ermittelt. Auch über die Anzahl verhängter Bußgelder von bis zu 150 Euro, die fällig werden, wird eine "Freigängerkatze" unkastriert und ungechippt erwischt, machte Ingeborg Hacker vom städtischen Ordnungsamt auf Nachfrage unserer Redaktion keine Angaben.

Aber: Wer Katzenbesitzer ist und seinen Stubentiger hinaus lässt, muss sich an die Verordnung halten. Macht er das nicht, wird ein besagtes Bußgeld fällig. Zur Vorgehensweise: Bei einer Fundkatze wird zunächst geklärt , ob sie gechipt ist. Sofern dies der Fall ist, wird über eine Zentralstelle der Eigentümer informiert, erklärt Ingeborg Hacker. Ist das Tier nicht gechipt, so wird es tierärztlich untersucht, entwurmt und geimpft. Nach drei Wochen erfolgt eine Wiederholungsuntersuchung und -impfung.

Sofern das Tier kastriert ist, ist alles in Ordnung. Nicht kastrierte Tiere werden vom Tierarzt kastriert. Nach den Nachbarn in Neuss, wo eine entsprechende Verordnung seit 2012 gilt, und Dormagen (2015) sowie der Gemeinde Rommerskirchen (2014) ist Grevenbroich die nächste Stadt, die die Wildpopulation nachhaltig per Verordnung zu dezimieren versucht. "Der Beschluss zur Kastrationspflicht ist gut und angemessen", urteilt Norbert Wolf, städtischer Umweltbeauftragter.

"Eine Katze bekommt zweimal jährlich durchschnittlich sechs Junge. Davon ist die Hälfte weiblich, nach sechs Monaten geschlechtsreif - und in zehn Jahren wären aus zwei Katzen mehrere Millionen geworden. "Freilaufende Katzen sind vor allem zur Brutzeit ein Problem", etwa 45 Prozent der Vögel, die in der von der Stadt betriebenen Tierstation eingeliefert wurden, waren offensichtlich in die Fänge einer Katze geraten. Im Kleinsäugerbereich lagen die Zahlen noch höher.

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