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Das Pascal-Gymnasium wird zur rauchfreien Schule
Kein Ort der Verführung

Das Pascal-Gymnasium wird zur rauchfreien Schule. Von Julia Nakötter

Das Pascal-Gymnasium wird zur ersten rauchfreien Schule im Grevenbroicher Stadtgebiet. Ab Januar sind Zigaretten für Schüler, Lehrer und Besucher verboten . Dann werden nur noch die Köpfe der Gymnasiasten rauchen. Als Symbol für die Gemeinschaftsaktion aller Schüler und Lehrer am Pascal-Gymnasium wurde jetzt ein überdimensionales Plakat im Pädagogischen Zentrum zur "rauchfreien Schule" aufgehängt. NGZ-Foto: M. Reuter

Im Pascal-Gymnasium rauchen ab 1. Januar 2005 nur noch die Köpfe aller 1 030 Schüler - denn auf dem gesamten Schulgelände am Sodbach herrscht im neuen Jahr absolutes Zigarettenverbot. "Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger drohen, sondern alle Schüler, Lehrer, Eltern und auch Besucher mit ins Boot holen", erklärt Rektor Manfred Schauf. Für eine "rauchfreie Schule" und gegen den blauen Dunst in allen Klassenzimmern und Aufenthaltsräumen stimmte im November die Schulkonferenz.

Seitdem entwickelte eine Arbeitsggruppe, bestehend aus zehn Lehrer- und Schülervertretern, Aktionen rund um das neue Schulprojekt. "Wir wollen die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen fördern und aktive Hilfe gegen ein potentielles Suchtverhalten anbieten", berichtet Lehrerin und Projektleiterin Simone Lüderitz. Ohne Drohen soll das erste Rauchverbot in einem Grevenbroicher Schulgebäude zusätzlich genutzt werden, um über gesundheitliche Gefahren des "blauen Dunstes" und Alternativen zu informieren. Den Schulträger freut's, wie Dezernet Michael Heesch bestätigt: "Ohne Kippen gibt es weniger Dreck!"

Für die genüssliche Zigarette während der großen Pausen in der Raucherecke läuft ab jetzt im Pascal die letzte Schonfrist. Sie ist ab Januar ebenso nicht mehr gerne gesehen, wie die langjährige Institution des Raucherzimmers für Lehrer. "Die Schule als Ort der Verführung, das wird es dann nicht mehr geben", stellt Schulleiter Manfred Schauf die Grundidee klar. Am Montag startete erstmals der Aktionsmonat "rauchfreie Schule" im Pädagogischen Zentrum (PZ) am Sodbach. In der ersten großen Pause erfahren dort die Schüler täglich alles über das Projekt.

"Informiert wird über die neuen Regeln und Maßnahmen, die ab Januar mit in die Schulordnung übernommen werden", so Lehrerin Simone Lüderitz. Ein eigens eingerichtetes "Pausenradio" sendet zudem Live-Interviews und berichtet über alle Events und Aktionen. "Mit Aufklebern, Anstecknadeln und der Präsentation von Anti-Rauch-Spots der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollen die Kinder und Jugendlichen erreicht werden. An einem Tag werden wir Äpfel statt Kippen verteilen", so Rektor Schauf.

Die Resonanz der Schüler ist schon nach wenigen Tagen beachtlich: "Viele Jugendlichen beginnen jetzt schon damit, ihren Zigaretten-Konsum einzuschränken", berichtet Schülervertreter Sascha Winkel. Auch der 17-jährige Robert Mummert berichtet: "Rauchen kann wie Alkohol zu einer Droge werden. Trotzdem störe ich niemanden, wenn ich eine Flasche Bier öffne. Bei Zigarettenqualm ist es anders. Hier wird mein Umfeld belastet - und das machen sich die Schüler jetzt bewusst."

Ein überdimensionales Plakat mit der Aufschrift "rauchfreie Schule" prangt zudem im PZ des Gymnasiums. Auf ihm haben sich bereits zahlreiche Schüler mit ihren Unterschriften zum Schulprojekt bekannt. Informiert über das Rauchverbot wurden auch alle Eltern. Bei einem Wettbewerb "Pascal wird rauchfrei", an dem alle Klassen und Kurse teilnehmen können, sollen die Schüler zusätzlich kreativ werden. Collagen, Filme oder Poster zur Aktion können entworfen werden.

"Als Betreuerin einer 6. Klasse zeige ich nun auch Verantwortung gegenüber ,meinen' Kindern und höre als Vorbild mit dem Rauchen auf", erklärt Cora Siewert (17), die das Projekt mitunterstützt. Verankert ist die "rauchfreie Schule" zudem mit im Schulkonzept "Gesunde Schule". Vor allem die "Neulinge" des 5. Schuljahrgangs sollen jetzt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden, um der Sucht zukünftig zu erliegen.

INFO: Schülern, die das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, ist das Rauchen im Schulgebäude, auf dem Pausenhof, vor den Eingängen, bei Ausflügen und Klassenfahrten ab Januar 2005 im Pascal-Gymnasium untersagt. Alle älteren Schüler sowie Lehrer, Eltern und Besucher sind ebenfalls von dieser Regelung betroffen. Wird dennoch ein Schüler mehrmals mit einer Zigarette erwischt, werden die Klassen-, die Schulleitung sowie die Eltern informiert. Alle Vorfälle werden dann auf dem Zeugnis vermerkt. Medizinisch unterstützt wird die Schule bei der Aktion vom Kreisgesundheitsamt. Im Alter von zwölf Jahren beginnen Kinder in der Regel zu rauchen. Dauerhaft manifestiert sich die Sucht ab der achten Klasse.

Quelle: NGZ
 
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