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Grevenbroich
Kindergärten werden günstiger

Das sind die Kindergarten-Beiträge in Grevenbroich
Das sind die Kindergarten-Beiträge in Grevenbroich FOTO: AP
Grevenbroich. Der Stadtrat hat neue Elternbeiträge für die U3-Betreuung beschlossen: Grevenbroich gehört weiterhin zu den Spitzenreitern im Rhein-Kreis, doch in den meisten Einkommensstufen zahlen die Eltern ab 1. August 2010 weniger. Von Daniela Buschkamp

Die Eltern von Kindern unter drei Jahren, die im Kindergarten betreut werden, werden ab 1. August künftig weniger Geld für Beiträge ausgeben müssen. Zumindest wenn sie nicht über 95 000 Euro im Jahr verdienen. Diese Modifizierung hat jetzt der Stadtrat beschlossen. Der Hintegrund: "Wir wollen längere Betreuung für Eltern attraktiver machen", sagt Erster Beigeordneter Michael Heesch.

Grevenbroich gehörte bisher zu den Spitzenreitern bei den Kindergarten-Beiträgen im Rhein-Kreis Neuss – eine Position, die die Stadt laut Heesch nur zu gern aufgegeben hat: "Mit der Senkung für die 35- und 45-Stunden-Betreuung von Unter-Dreijährigen befinden wir uns nur noch im vorderen Bereich." Warum sich der Arbeitskreis Jugendhilfe, dann der Jugenhilfe-Ausschuss und jetzt der Stadtrat über die hohen Elternbeiträge Gedanken gemacht hat, begründet Heesch mit Prävention und frühkindlicher Bildung: "Untersuchungen haben gezeigt, dass Mädchen und Jungen unter drei Jahren ihre sozialen und kognitiven Fähigkeiten deutlich verbessern, wenn sie einen Kindergarten besuchen."

Während die Kosten für 25 Stunden Betreuung konstant bleiben, werden die Beiträge für 35 und 45 Stunden KiTa-Besuch gesenkt. "Für Eltern sollen so höhere Stundenkontignente attraktiver werden", sagt Michael Heesch. Die Einrichtungen würden besser ausgelastet.

"Ein sinnvoller Ansatz", sagt Angelika Scherrer, Leiterin im Gindorfer Familienzentrum "Zaubermühle": "Gerade Familien aus eher bildungsferneren Schichten entscheiden sich schnell für eine kürzere Betreuung." Diese müssten oft erst überzeugt werden, den Nachwuchs länger in den Kindergarten zu schicken – Sprachprobleme könnten bei intensiverer Betreuung besser reduziert werden. Zur Gegenfinanzierung wurde eine achte Einkommensstufe beschlossen: Ab 95 000 Euro Jahreseinkommen kosten 45-Stunden-Betreuung (U3) künftig 792 Euro pro Monat. "Nicht unproblematisch", weiß Barbara Keuchel, Kindergartenleiterin in Gustorf: "Auch bei Doppelverdienern wird gerechnet. gerade Frauen fragen sich, wann es sich noch lohnt, arbeiten zu gehen."

Beispiel Familie Gluch aus Allrath. "Als Doppelverdiener sind wir bereit, einen höheren Beitrag zu zahlen. Schön wär es, wenn dieses Geld auch von den Einrichtungen genutzt werden könne", sagt Angelika Gluch. Die Mutter eines U3-Kindes, die in Düsseldorf arbeitet, hat schon über einen Umzug in die Landeshauptstadt nachgedacht: "Warum kosten in Düsseldorf die U3-Plätze gar nichts und in Grevenbroich so viel?"

Quelle: NGZ
 
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