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Grevenbroich
Kirchhoffs letztes Buch zur Stadtgeschichte

Grevenbroich: Kirchhoffs letztes Buch zur Stadtgeschichte
Hans Georg Kirchhoff (87) zieht sich aus Altersgründen zurück. FOTO: Ati
Grevenbroich. Geschichtsverein legt zu seinem 40-jährigen Bestehen die Fortsetzung der Grevenbroich-Historie vor. Von Wiljo Piel

Gerade einmal 500 Einwohner zählte das kleine und völlig unbedeutende Dorf Grevenbroich vor 250 Jahren. Wie daraus eine Stadt wurde, wird in einem neuen Buch berichtet, das jetzt vom Geschichtsverein herausgegeben wurde. "Der Band ist zwar die Fortsetzung unseres vor zehn Jahren herausgegebenen ersten Teils der Stadtgeschichte. Aber in Wirklichkeit erzählt es davon, wie im 19. Jahrhundert aus dem Dorf eine richtige Stadt wurde", sagt Vorsitzender Friedrich Schmitz.

Als Autor konnte erneut der Historiker Professor Hans Georg Kirchhoff gewonnen werden. Er geht auf die Industrialisierung Grevenbroichs ein und schildert, wie Unternehmer wie Diedrich Uhlhorn oder Wilhelm Trimborn das Gelände rund um die neu entstandene Lindenstraße zu einem ersten Gewerbegebiet formten. Heute sind die innerstädtischen Fabriken größtenteils an die Peripherie weitergewandert und haben einer Wohnbebauung Platz gemacht. Auch kulturell ging es in Grevenbroich aufwärts: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden viele Vereine, darunter auch der Bürgerschützenverein.

"Mit Hans Georg Kirchhoff hat der profundeste Kenner der Ortsgeschichte dieses Jahrhundert aufgearbeitet", freut sich Achim Kühnel, der im Geschichtsverein für die Herausgabe des neuen Bandes verantwortlich zeichnet. "Und er weiß auch um die Nöte der Bevölkerung wie Armut, Kinderarbeit, Arbeitslosigkeit und Hunger - und kann die Zusammenhänge darüber hinaus spannend erzählen." Kühnel bedauert nur, dass dieses Buch die letzte Publikation des mittlerweile 87-jährigen, in Dortmund lebenden Autors ist. Aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen wolle sich der 1930 in Rommerskirchen geborene Historiker zurückziehen.

Als Meilenstein in der Entwicklung Grevenbroichs nennt Kirchhoff die Anbindung an das Schienennetz. Der Bahnhof an der Strecke Neuss-Düren wurde 1869 eröffnet, allerdings stand er seinerzeit noch auf Elsener Gemeindegebiet. Das Bahnhofsviertel wurde erst Ende des Jahrhunderts nach Grevenbroich eingemeindet. Im Jahr 1900 zählte Grevenbroich schon mehr als 4000 Einwohner, damit hatte sich die Bevölkerung in diesem Jahrhundert sprunghaft um das Achtfache erhöht. Kein Vergleich mit dem kleinen Dörfchen, das 100 Jahre früher bestand.

"Der Band ist gut gelungen", sagt Achim Kühnel. "Obwohl Hans Georg Kirchhoff thematisch im Mittelalter zu Hause ist, kann er auch aus der Neuzeit lebhaft und informativ berichten." Betrachtet wird in dem Buch übrigens die Zeit von der französischen Revolution 1789 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. In der Geschichtswissenschaft werden diese 125 Jahre auch als das "lange 19. Jahrhundert" bezeichnet.

Der Band "Grevenbroich - Stadtgeschichte 2" ist auf 192 Seiten reich illustriert. Das Buch kostet 15 Euro und ist ab sofort erhältlich in der Mayerschen Bücherstube, im Museum und im Büromarkt Flassak.

Quelle: NGZ
 
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