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Grevenbroich
Kita-Gebühren: Eltern sollen weiter 100 000 Euro mehr zahlen

Grevenbroich. Stadt erarbeitet neues Gebührenmodell. Am 29. April heißt am NGZ-Mobil in Kapellen das Thema: Wie familienfreundlich ist die Stadt? Von Carsten Sommerfeld

Die mobile Redaktion der NGZ steuert am Mittwoch, 29. April, das Neubaugebiet in Kapellen an - es wird neben dem Spielplatz am Melissenweg stehen. Das Thema dort: "Wie familienfreundlich ist Grevenbroich?" Gibt's genügend Kita- und Ogata-Plätze? Finden junge Familien preiswertes Bauland? Was muss verbessert werden? Zu diesen und anderen Fragen können Grevenbroicher ab 16 Uhr mit der NGZ-Redaktion diskutieren.

Um Familienfreundlichkeit ging es jetzt auch im Stadtrat: Einmütig beschlossen die Politiker, auf die Einführung von Kita- und Tagespflegebeiträgen für Geschwisterkinder "in bisheriger Form" zu verzichten. Damit entsprach der Rat dem Einwohnerantrag einer Elterninitiative, die mehr als 4000 Unterschriften gesammelt hatte.

Doch mit ihrem Beschluss legten die Politiker gleich die Basis für künftige Diskussionen. Nun muss die Verwaltung ein neues Beitragsmodell erarbeiten, um das im Sanierungsplan gesteckte Ziel - 100 000 Euro Einsparung im Jahr - zu erreichen. "Wir werden bis zur Klausurtagung im Herbst ein neues Modell vorlegen, müssen dafür erst verlässliche Daten für die Zahl der Kinder und für die Eltern-Einkommen haben", erklärt Erster Beigeordneter Michael Heesch. Wie das neue Gebührenmodell aussehen soll, steht noch nicht fest, doch laut Heesch ist an eine "feingliedrigere" Lösung mit mehr Einkommensstufen gedacht. Unklar ist, ob vielleicht doch Geschwister-Gebühren - wenn auch nicht "in bisheriger Form" - erhoben werden. Im Vorfeld der Sitzung hatte die SPD betont, dass diese Lösung für sie noch nicht vom Tisch sei. Fest steht dagegen, dass bei der Gebühren-Planung auch Eltern beteiligt werden - darauf hatten mehrere Fraktionen gepocht. Heesch kündigte an, Vertreter des Jugendamtselternbeirats hinzuzuziehen.

Zu Gesprächen bereit ist auch die Elterninitiative. "Wir werden das Thema intensiv verfolgen und uns bei Bedarf melden", kündigt Adda Dumröse von der Initiative (www.kita-gv.de) an. "Eine Anhebung der Kita-Gebühren lehnen wir grundsätzlich ab, das ist der falsche Weg. Um ihr Sparziel zu erreichen, sollte die Stadt besser prüfen, wo sie Ausgaben senken kann." Auch auf die Frage, ob Grevenbroich familienfreundlich ist, hat Dumröse eine klare Antwort: "Nein, was Kita-Gebühren angeht. Die liegen schon jetzt deutlich höher als in vielen anderen Kommunen. Als die Geschwister-Beiträge diskutiert wurden, haben Familien überlegt, der Stadt den Rücken zu kehren."

Quelle: NGZ
 
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