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Grevenbroich
Klimacamp plant kleinere Aktionen

Grevenbroich. Im vergangenen Jahr drangen mehrere Hundert Aktivisten in den Tagebau ein.

2015 endete das Klimacamp in Erkelenz damit, dass mehrere Hundert Aktivisten illegal in den Tagebau Garzweiler II eindrangen. Am 19. August beginnt das Klimacamp 2016. Diesmal soll auf große Aktionen verzichtet werden. Eine von einem breiten Bündnis getragene Demonstration, zwei Aktionstage sowie ein Besuch des Umweltschützers Nnimmo Bassey, Träger des alternativen Nobelpreises, werden angekündigt. Ungeklärt ist noch, wo das Camp aufgeschlagen wird. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage unserer Redaktion: "Wir sind auf jeden Fall in Erkelenz. Die Entscheidung über den Ort fällt in den nächsten Tagen."

Zum Klimacamp gehört wie im Vorjahr die Degrowth-Sommerschule, die vom 19. bis 23. August öffnet. 2015 setzten sich die Teilnehmer mit dem Einfluss von Wachstum auf Klimaungerechtigkeit auseinander. Dieses Jahr wollen sie Fähigkeiten erarbeiten, "die benötigt werden, um diese Wachstumszwänge zu überwinden".

Im Anschluss ist das Aktionslabor zu Gast im Klimacamp. Dort sollen bewährte Aktionsformen des Protestes weitergedacht sowie an neue Situationen und Umgebungen angepasst werden, erklären die Organisatoren auf ihrer Internetseite. 2015 hatte es anstatt Aktionslabor noch "Ende Gelände" geheißen, einem Protest, bei dem es am 15. August zu teils massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. Dieses Jahr war "Ende Gelände" bereits mit 3500 Teilnehmern an Pfingsten in der Lausitz aktiv, weshalb dem Klimacamp-Sprecher zufolge in Erkelenz "nicht mit so großen Aktionen wie 2015 zu rechnen ist, sondern eher kleineren". Geplante Protesttage, an denen im Rheinischen Braunkohlenrevier mit Aktionen des zivilen Ungehorsams zu rechnen sei, sollen der 25. und 27. August sein. Mit 800 bis 1000 Teilnehmern wird beim Klimacamp gerechnet.

Im Vorfeld des Camps hat die Gewerkschaft "Verdi" in einem Flugblatt deutlich gemacht, dass die Klimaschutz-Diskussion friedlich und gewaltfrei bleiben müsse. Von den Teilnehmern werde Respekt gegenüber den RWE-Mitarbeitern und deren Familien erwartet. "Die Eskalationsspirale der letzten Monate muss ein Ende haben", appelliert die Gewerkschaft.

(spe)
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