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Grevenbroich
Klimahülle fürs Gewerbegebiet

Grevenbroich: Klimahülle fürs Gewerbegebiet
Das Modell zeigt, wie das überdachte Gewerbegebiet später einmal aussehen soll. FOTO: Fakt AG
Grevenbroich. Mehr als 1000 neue Arbeitsplätze sollen in der Nachbarschaft entstehen.

Insgesamt 26.000 Quadratmeter - mehr als drei Fußballfelder - umfasst die Gewerbefläche an der Kreistrasse 41, die die Essener "FAKT.AG" künftig mit einer sogenannten Klimahülle für Gewerbe überbauen will - ein Leuchtturmprojekt für Bergheim, Bedburg und Elsdorf, das in unmittelbarer Nachbarschaft auch Auswirkungen auf Grevenbroich und den Rhein-Kreis hat. In dieser Woche wurde der Startschuss gegeben. Die Projektgesellschaft "Klimahülle :terra nova GmbH" mit Sitz im Rhein-Erft-Kreis will das wegweisende Bauvorhaben in naher Zukunft realisieren.

Dann soll mediterranes Klima die Hülle schaffen, die auf einer Länge von 260 Metern und einer Breite von 100 Metern und auf bis zu vier Ebenen Bürogebäude, Produktions- und Laborgebäude, Gastronomie und Logistik unter einem Dach vereint. Eine 16 Meter hohe Kuppel schützt die Einbauten wie eine zweite Haut gegen Wind, Regen und zu starke Sonneneinstrahlung. Im Winter werden Temperaturen von 12 Grad nicht unterschritten, im Sommer heizt sich die Hülle auf nicht mehr als 28 Grad auf. Als Material für die Hülle ist im oberen Teil der Seitenwände eine textile Hightech-Membran vorgesehen, im unteren Teil werden Glaselemente verbaut.

Die Dachfläche wird ebenfalls mit textilen Membranen überspannt, in die Photovoltaik-Zellen eingearbeitet sind. "Durch das Zusammenfassen von unterschiedlichen Gewerbearten unter einem Dach werden komplett neue Arbeitswelten entstehen", sagt Architekt Ralf Baumgärtner.

Bei der Energieversorgung setzen die Planer voll auf regenerative Energien und einen Primärenergiebedarf von 0,0 KW. Um das zu erreichen, wird angestrebt, das circa 20 Grad Celsius warme Sümpfungswasser aus dem Tagebau Hambach sowie die Photovoltaik-Energie der Dachflächenmembrane zu nutzen. Durch diese Maßnahmen würde die Klimahülle selbst praktisch Energie-autark. "Unser Ziel," sagte Prof. Hubert Schulte-Kemper, Vorstandsvorsitzender der "FAKT.AG", "ist die Realisierung eines energetisch vorbildhaften Vorhabens im Rheinischen Revier in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten."

Insgesamt sollen innerhalb der Klimahülle deutlich mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Vorhaben befindet sich zur Zeit im Bebauungsplanverfahren. 2018/2019 soll die Klimahülle errichtet und Ende 2019 oder Anfang 2020 von den Mietern bezogen werden.

Quelle: NGZ
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