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Grevenbroich
Kloster Langwaden plant Urnen-Friedhof

Grevenbroich: Kloster Langwaden plant Urnen-Friedhof
Prior Bruno Robeck und Geschäftsführer Alois Seimetz vor dem Kreuzweg an der historischen Klostermauer in Langwaden. Im Herbst soll dort ein Friedhof mit 240 Urnengräbern entstehen. FOTO: Georg Salzburg
Grevenbroich. Entlang der historischen Langwadener Klostermauer soll bis Ende Oktober ein Kolumbarium mit 240 Urnengräbern entstehen. Mit dem neuen Friedhof wird auch der "Französische Garten" des Klosters größtenteils umgestaltet. Von Wiljo Piel

"Gastfreundschaft für die Lebenden und die Toten" - unter dieses Leitmotiv haben die Zisterzienser aus Langwaden ihr neuestes Projekt gestellt: Die Mönche unter der Leitung von Prior Bruno Robeck planen ein Kolumbarium, das entlang der historischen Klostermauer entstehen wird. Parallel zum Kreuzweg der Künstlerin Anneliese Langenbach werden voraussichtlich bis Ende Oktober sieben Naturstein-Stelen mit insgesamt 240 Urnengräbern errichtet. "Damit kommen wir einem vielfach geäußerten Wunsch von Menschen nach, die gerne an einem Gebetsort ihre letzte Ruhe finden möchten", sagt der Prior.

Historisch gesehen dürfte es bereits im Mittelalter einen Klosterfriedhof in Langwaden gegeben haben. "Im zwölften Jahrhundert hatten die Prämonstratenserinnen ganz sicher eine Begräbnisstätte für ihre Ordensfrauen und die benachbarte Bevölkerung", vermutet Bruno Robeck: "Geschichtlich belegt ist das allerdings nicht." Nun soll im Umfeld des sogenannten "Französischen Gartens" wieder ein Klosterfriedhof entstehen. Mit diesem Vorhaben wollen die Mönche die Tradition der Friedhöfe als Kirchhöfe aufgreifen, die sich immer in unmittelbarer Nähe zu den Gotteshäusern befunden haben.

"Die alte christliche Einsicht, dass die Lebenden und die Toten zusammengehören, kann in Langwaden bald wieder erfahren werden", erklärt Bruno Robeck. Der Prior geht davon aus, dass damit auch neue seelsorgerische Aufgaben auf die Zisterzienser zukommen werden: "Wir werden für die Toten beten und den Lebenden zur Seite stehen, die sich mit Tod und Abschied nehmen beschäftigen", erklärt er.

Die Planung des neuen Friedhofes geht einher mit einer Umgestaltung des "Französischen Gartens". Das Kolumbarium, das eine Brücke zwischen der Kapelle, dem Kreuzweg und dem Mönchsfriedhof schlagen soll, wird mit einer Eibenhecke eingefriedet und mit zwei Toren versehen, die zurzeit in der Abtei Königsmünster in Meschede geschmiedet werden. "In die Tore werden Psalmen und prägnante Zitate aus den Regeln des heiligen Benedikt eingearbeitet", berichtet Alois Seimetz, Geschäftsführer der Klosterbetriebe. Ebenfalls in Arbeit sind die sieben jeweils zwei Meter hohen Urnenstelen aus Granit, die entlang der Klostermauer positioniert werden. Im Rahmen des Friedhofsbaus werden auch sämtliche Wege des Parks und der Kapellenvorplatz neu angelegt. "Wir haben dafür ein helles Material gewählt, das in Erholungsgebieten, Parkanlagen und auf Golfplätzen verwendet wird", erklärt Seimetz: "Unser ,Französischer Garten' wird damit enorm aufgewertet."

Die Investitionssumme wird von den Zisterziensern nicht genannt. "Sie liegt in einem Bereich, den wir sehr gut stemmen können", betont der Geschäftsführer. An der Gebührenordnung für das Kolumbarium wird zurzeit gearbeitet. "Die Preise werden sich im oberen Bereich bewegen, was dem Anspruch der gesamten Anlage entspricht", sagt Alois Seimetz. "Dumping-Preise" soll es in Langwaden keinesfalls geben: "Wir wollen schließlich nicht in Konkurrenz mit der Gebührenordnung der Stadt Grevenbroich treten", so der Geschäftsführer.

Quelle: NGZ
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