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Grevenbroich
Knochenjob Spargelernte

Grevenbroich: Knochenjob Spargelernte
Spargelbauer Hans-Georg Kremer-Kreutzer (l.) zeigt NGZ-Mitarbeiter Sebastian Draxl auf Gut Norbisrath, wie man den Spargel richtig sticht. FOTO: A. Baum
Grevenbroich. 70 Bahnen, jede 380 Meter lang: Auf dieser Fläche wird auf Gut Norbisrath in Langwaden Spargel gestochen. Zehn polnische Mitarbeiter helfen der Spargelbauernfamilie Kremer-Kreutzer bei der Ernte. Die Saison endet am 24. Juni. Von Sebastian Draxl

Langwaden Auf den Feldern in der Region sieht man sie seit einigen Tagen wieder: die Spargelstecher. Mit ihren Spinnen fahren sie über die Felder und holen die weißen Stangen aus dem Boden. "Spinnen sind Arbeitsgeräte, die die Arbeit enorm erleichtern. Sie heben die Folie an und tragen die Kisten für die Arbeiter", erklärt Landwirt Hans-Georg Kremer- Kreutzer (48).

Auf dem Spargelhof der Familie Kremer-Kreutzer wird seit 18 Jahren Spargel angebaut und produziert. Zwischen Hülchrath und Langwaden liegt der Gutshof Norbisrath, den die Familie vor einigen Jahren gepachtet hat. "Bei uns wird der Spargel angebaut, geerntet und im eigenen Hofladen verkauft", erklärt Kirsten Kremer-Kreutzer (44). Auf dem sechseinhalb Hektar großen Feld sind die zehn polnischen Hilfsarbeiter der Familie schon seit 6 Uhr mit der Spargelernte beschäftigt. Das Feld ist in 70 Bahnen unterteilt.

Jan Kremer-Kreutzer ist der Sohn der Familie. "Ohne die Spinnen benötigt man eigentlich nur drei Gegenstände. Ein Spargelmesser, eine Glättekelle und ein Metallkorb", erklärt der 15-Jährige. "Als erstes muss man mit den Fingern die Erde um den Halm etwas entfernen. Danach wird mit dem Spargelmesser die Wurzel der Stange abgeschnitten und der Spargel in den Korb gelegt. Wichtig ist, das entstandene Loch zu verschließen", betont Jan.

In Abständen von etwa einem Meter gucken die Spargelköpfe aus dem Erdwall heraus. "Eine Bahn hat eine Länge von 380 Metern. Wenn man ohne die Spinne arbeitet, braucht man rund eine Stunde für die Ernte auf einer Bahn. Dann merkt man auch langsam, dass die Arbeit in den Rücken geht", sagt Kirsten Kremer-Kreutzer.

Die Bahnen auf dem anliegenden Feld sind mit schwarz-weißer Folie abgedeckt. "Diese sorgen für die nötige Temperatur. Die Pflanzen brauchen Wärme", erklärt Sohn Jan. Nach der Ernte kommen die Spargelkisten in die "Vorwäsche". Dort wird der Spargel von grobem Dreck befreit und kommt zur Sortierung. Um sie kümmert sich der polnische Hilfsarbeiter Jacek. Er sortiert die Stangen und schneidet den Spargel auf die Normlänge. "Unsere Spargelstangen haben im Verkauf eine Länge von 22 Zentimetern. Alle kürzeren Stangen werden zu Spargelköpfen verarbeitet", sagt Hans-Georg Kremer-Kreutzer. Danach wandert der Spargel in den Verkaufsraum.

Noch bis zum 24. Juni wird auf dem Feld neben Gut Norbisrath geerntet. "Unsere polnischen Mitarbeiter bleiben für zehn Wochen", sagt Hans-Georg Kremer-Kreutzer. Vorzugsweise stellt die Familie polnische Arbeiter ein. "Wir haben schon immer Polen in unserem Betrieb. Wir sind mit ihnen sehr zufrieden. Warum sollten wir auf andere Arbeiter umstellen?", ist sich das Landwirte-Ehepaar einig.

Quelle: NGZ
 
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