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Grevenbroich
Kommunalpolitisches Praktikum wirft Fragen auf

Grevenbroich. Die Stadt will mit einem Kommmunalpolitischen Praktikum junge Menschen für die Arbeit von Politik und Verwaltung interessieren. Vorbild dafür ist die Stadt Viersen, wo bis zu 50 Jugendliche ab der Stufe neun Einblick in die Kommunalpolitik erhalten.

Im Jugendhilfeausschuss in Grevenbroich bestand allerdings jetzt einiger Klärungsbedarf. "Eine wunderschöne Sache, aber was soll der Spaß kosten?", fragte Sachkundiger Bürger Andreas Scholz. Die Stadt habe bereits Mühe, ihre Pflichtaufgaben zu finanzieren. "Dies aber ist eine freiwillige Aufgabe." Stadtjugendpfleger Christian Abels betonte, dass der finanzielle Aufwand sich im Wesentlichen auf die Personalkosten für die Zeit, die sich die Mitarbeiter mit den Praktika befassen, beschränke. Für die Fraktionen falle zeitlicher Aufwand für die Begleitung der Veranstaltungen an.

Fragen hatte auch Magda Gladbach-Schmitz, Lehrerin an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. "Was soll mit den Praktika erreicht werden, wen wollen wir ansprechen?" fragte sie. Die Schüler würden bereits zunehmend Praktika absolvieren, unter anderem im Rahmen der Initiative "Kein Abschluss ohne Anschluss". "Die Stadt sollte die weiterführenden Schulen einbeziehen, das Vorgehen mit ihnen absprechen." Im Ausschuss wurde deutlich gemacht, dass mit den kommunalpolitischen Praktika keineswegs künftige Berufspolitiker "herangezogen" werden sollen. "Es geht um politische Bildung, nicht um Berufswahlvorbereitung", erklärte Erster Beigeordneter Michael Heesch. "Der Begriff Praktikum ist vielleicht irreführend", sagte Stadtjugendpfleger Abels. Das Viersener Konzept solle keineswegs einfach übernommen, sondern für Grevenbroich modifiziert werden - dies könne einen anderen Projektnamen einschließen.

Die Verwaltung wies darauf hin, dass bereits Projekte mit ähnlicher Zielsetzung erprobt worden seien - die Jugendsprechstunden des Verwaltungschefs und die Aktion "Frag doch mal den Bürgermeister".

(cso-)
 
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