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Grevenbroich
Kopf-an-Kopf-Duell auf Wahlplakaten

Grevenbroich: Kopf-an-Kopf-Duell auf Wahlplakaten
Die Plakate mit dem Porträt von Ursula Kwasny hängen früher als geplant im Stadtgebiet. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Grevenbroich. Weil die Wevelinghovener CDU vorgeprescht ist, musste Bürgermeisterin Ursula Kwasny Teil zwei ihrer Wahlkampagne vorziehen. Martina Suermann (Mein Grevenbroich) verzichtet auf "Kopf-Plakate", Klaus Krützen (SPD) aufs Parteilogo. Von Andreas Buchbauer und Wiljo Piel

Von wegen "Sieben Kandidaten, sieben Köpfe": Es gibt Straßenzüge, da wird es ganz schön unübersichtlich. Wahlplakat an Wahlplakat reiht sich da, und weil Bürgermeisterin Ursula Kwasny anfangs darauf verzichtet hat, ihr eigenes Konterfei auf Plakaten im Stadtgebiet zu zeigen, ließ sie zunächst ausgesuchte Grevenbroicher für sie werben. Das bedeutet noch mehr Köpfe, ja an manchen Ecken in der Schlossstadt fast schon "Kopfsalat". Da wird eine Kleinigkeit fast übersehen: Der Bürgermeister-Wahlkampf kommt in Grevenbroich beinahe ohne Parteilogo aus. Inzwischen hängen auch die ersten Plakate mit Porträtfotos von Kwasny - und sie ist die einzige aus dem Kandidatenkreis, die aufs Logo setzt. "Ich stehe zu meiner Partei", argumentiert sie.

Eigentlich wollte die Bürgermeisterin die Poster mit ihrem eigenen Konterfei erst zwei Wochen vor dem 13. September aufhängen lassen - so sah es Ursula Kwasnys Wahlkampfstrategie vor. Dass die Plakate nun schon einen Monat früher im Stadtbild hängen, hat einen Grund: Die Wevelinghovener CDU war offenbar übereifrig - und ist versehentlich vorgeprescht. Jetzt müssen die anderen Ortsverbände nachziehen. Die Bürgermeisterin nimmt's gelassen: "So spielt das Leben."

SPD-Bürgermeisterkandidat Klaus Krützen verzichtet auf das Partei-Logo auf seinen Wahlplakaten. FOTO: L. Berns

Die Wevelinghovener CDU hat damit das einzige Parteilogo in den Bürgermeisterwahlkampf gebracht. Natürlich versteht sich von selbst, dass die vier Einzelbewerber Dirk Heyartz, Michael Zimmermann, Daniel Habicht und Hans-Günter Schönaich mangels Parteizugehörigkeit auch kein Parteilogo aufs Plakat drucken. Aber dass es Klaus Krützen (SPD) nicht verwendet, ist dann doch nicht so selbstverständlich. "Eine Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl - und als Bürgermeister ist man ohnehin überparteilich", erklärt er. Mit dem Verzicht aufs Logo setzt er selbstbewusst auf die eigene Bekanntheit.

Dabei vollzieht Krützen einen interessanten Schachzug. Indem er das Logo ausklammert, rückt der eigene Name als Marke stärker in den Mittelpunkt. Das Kalkül: Krützen muss traditionelle SPD-Wähler nicht mit dem Partei-Kürzel bezirzen. Die Überzeugung: Die Basis mobilisiert er auch so. Und da er von Grünen, Linke und FBG als gemeinsamer Bewerber unterstützt wird, verzichtet der Sozialdemokrat auf einen "Logo-Salat". Das soll die Wahlplakate übersichtlicher machen. Bei denen gilt: Jeder überflüssige Ballast ist hinderlich. Wahrgenommen werden sie im Vorbeifahren beziehungsweise -gehen. In Sekundenschnelle müssen sie Aufmerksamkeit erzeugen. Wahlplakate stehen für das Twitter-Prinzip - und hatten es lange, bevor es Twitter gab, verinnerlicht. Ein Kopf, einige Schlagworte - mehr bedarf es nicht.

Dennoch geht es nicht ohne Programm. Wahlerfolg ist ein Miteinander aus Programm und Aufmerksamkeit. Vor allem die Entscheidung von Martina Suermann (Mein Grevenbroich) scheint daher unkonventionell. Sie ist die Dritte im Bunde der Bewerber ums Bürgermeisteramt, die eine Ratsfraktion im Rücken hat - und verzichtet komplett auf "Kopf-Plakate". "Die Bürger werden schon genug zugeballert", sagt sie. "Wir haben uns ein paar Überraschungen überlegt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen." Zunächst möchte sie ein Programm liefern, das in der nächsten Woche an die Haushalte verteilt wird.

Quelle: NGZ
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