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Grevenbroich
Krankenschwester erreicht Best-Noten

Grevenbroich: Krankenschwester erreicht Best-Noten
Anna Justiyna Gwozdz an ihrem Arbeitsplatz. Im Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus hat die 32-jährige Polin einen Job gefunden. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Ânna Justiyna Gwozdz hat das bisher beste Ergebnis beim Deutsch-Test für Zuwanderer der Volkshochschule abgelegt. Die 32 Jahre alte Krankenschwester aus Polen erreichte in allen drei Prüfungsteilen die höchstmögliche Punktzahl. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist Anna Justiyna Gwozdz. Die 32-Jährige legte Anfang Februar an der Volkshochschule Grevenbroich das bislang beste Ergebnis bei der Deutschsprachprüfung ab, die Bestandteil eines Integrationskurses für Zuwanderer ist. "Eine tolle Leistung", sagt Monika Born-Möbius, stellvertretende Leiterin der VHS.

Doch die junge Frau ist bescheiden und spricht nicht gerne über ihre Bestnoten. "Schreiben, Sprechen und Lesen gehörten zu der Prüfung", erzählt die 32-jährige Polin, die seit sieben Jahren in Deutschland lebt. Auf dem Weg zur Einbürgerung, die man in Bundesrepublik nach acht Jahren beantragen kann, musste neben der Sprachprüfung eine politische Prüfung mit 310 Fragen abgelegt werden. Auch die gelang Anna fehlerlos.

"Aufgewachsen bin ich in Opoll", erzählt die Krankenschwester. Nach dem Abitur habe sie drei Jahre Krankenpflege studiert und dann in einem Krankenhaus gearbeitet. Im Alter von 25 Jahren kam Anna Justiyna Gwozdz allein nach Deutschland. Zuerst betreute sie in Bielefeld eine alte Dame und ließ sich ihr Diplom anerkennen. Ihre nächste Station war die Stadt Grevenbroich, wo sie Arbeit im Albert-Schweitzer-Haus fand. Die Beschäftigung im Seniorenzentrum der Diakonie gefällt ihr. "Es ist dort anders als in einem Krankenhaus. Doch die alten Menschen sind dankbar und die Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit", erzählt die 32-Jährige. Gerade über ihre Arbeitsstelle habe sie viel gelernt, denn Vorgesetzte, Bewohner und Kollegen sprechen Deutsch - "und da lernt man natürlich automatisch die Sprache kennen".

Den ersten Integrationskurs konnte die junge Frau auf Grund des Schichtdienstes nicht regelmäßig besuchen. Im Anschluss an den zweiten legte sie die Prüfung ab, die ein Schritt in Richtung Einbürgerung ist. So wie man ihr in Grevenbroich geholfen hat, hat die 32-jährige im Integrationskursus einem Mädchen aus Usbekistan geholfen. "Mit ihr habe ich noch heute Kontakt", erzählt die junge Frau.

Im zweiten Kursus freundete sie sich mit einer Polin, einem Mädchen aus dem Iran und einer jungen Frau aus der Slowakei an. "Auch ich habe am Anfang nur ein bisschen Deutsch gesprochen", erinnert sie sich noch gut. Ihre Muttersprache Polnisch spricht sie fast täglich bei Telefonaten mit der Mutter oder den Geschwistern, sie hält einen regen Kontakt zu ihrer Familie. "Meine Muttersprache verlerne ich nicht", erzählt die junge Frau, die gesteht, immer noch etwas Heimweh zu haben.

Doch Mut macht ihr die Familie in Polen. "Meine Mutter macht sich Sorgen, weil ich hier alleine in Deutschland bin. Aber sie sagt auch, dass ich stark bin und das schaffe", erzählt die junge Frau lächelnd.

Die Stadt Grevenbroich gefällt ihr. Die junge Frau geht gerne im Stadtpark und im Bend spazieren spazieren, hört Musik - und wenn es einmal zum Tanzen gehen soll, dann ist Neuss nicht weit.

Quelle: NGZ
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