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Grevenbroich
Kreis-Krankenhäuser suchen dringend Ärzte

Grevenbroich. Viele Ärzte-Stellen sind aktuell für die Kliniken in Grevenbroich und Dormagen ausgeschrieben. Von Gundhild Tillmanns

Auffällig viele Stellen im ärztlichen Dienst des Rhein-Kreis-Neuss-Kliniken in Grevenbroich und Dormagen sind aktuell ausgeschrieben. In der Rubrik Stellenangebote werden auf den Internetseiten der beiden Standorte auch etliche Ärzte in Führungspositionen gesucht.

Vakant ist zum Beispiel die Stelle eines leitenden Oberarztes in der Viszeralchirurgie, eines Oberarztes in der Kardiologie. Gesucht werden aber auch Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, für Anästhesie, Schmerztherapie, Intensiv und Notfallmedizin sowie Assistenzärzte für fast alle Bereichen.

Woran liegt es, dass so viele Stellen im ärztlichen Bereich vakant sind? Ist die ärztliche Versorgung der Krakenhaus-Patienten womöglich durch Mangelbesetzung in diesem Bereich beeinträchtigt?

Krankenhaussprecherin Susanne Niemöhlmann tritt jedweden Befürchtungen entgegen: "Die ärztliche Versorgung ist an beiden Standorten absolut sichergestellt." In Relation zur Gesamtzahl der beschäftigten Ärzte sei die Zahl der Vakanzen nicht ungewöhnlich hoch: "Wir haben 161 Ärztestellen, die teilweise auch mit Teilzeitkräften besetzt sind", rechnet sie vor. Das seien insgesamt 200 Ärzte, davon 70 in Grevenbroich und 91 in Dormagen. "Bei solch einer großen Zahl von Ärzten ist eine gewisse Fluktuation ganz normal", sagt Niemöhlmann, die aber auch ein Problem anspricht und zugibt: "Es wird immer schwerer, Ärzte zu finden, die unseren Qualitätsansprüchen entsprechen. Der Markt wird enger."

Diese Entwicklung bekämen ländlichere Krankenhäuser als die in Grevenbroich und Dormagen weit mehr zu spüren: "Wir profitieren noch vom rheinischen Ballungsraum und als Lehrkrankenhäuser durch die Universitätsstädte Düsseldorf und Köln. Trotzdem merken wir, wie leer gefegt der Markt ist", erklärt die Krankenhaussprecherin. Auch Assistenzärzte suchten sich mittlerweile ihre Stellen regelrecht aus, weil sie überall gefragt seien. Zu den Vakanzen eräutert Niemöhlmann: Ein Teil der frei gewordenen leitenden Stellen sei durch Karrieresprünge der Oberärzte bedingt, die an anderen Krankenhäusern Chefarzt oder leitende Oberarztstellen angetreten hätten. "Das ist für unser Image gut, wenn die Ärzte unserer Krankenhäuser auch anderswo als qualifiziert geschätzt werden", meint Niemöhlmann. Zwei Ärzte hätten nach der Pensionierung von Chefarzt Bernhard Höltmann beschlossen, an andere Kliniken zu wechseln. Es sei normal, dass mit dem Wechsel von Chefärzten auch Umorientierungen anderer Ärzte stattfänden. Und die Stellenangebote in der Anästhesie seien nicht als Ersatz für vakante Plätze gedacht, sondern als Aufstockung der beiden Kliniken, die den Bereich "spezielle Schmerztherapie" personell ausbauen wollten.

Quelle: NGZ
 
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