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Grevenbroich
Kritik an Flüchtlingsheim am Mühlenhof

Grevenbroich: Kritik an Flüchtlingsheim am Mühlenhof
Die Stadt rechnet 2016 mit bis zu 2000 Flüchtlingen, hier Asylbewerber kurz nach ihrer Ankunft in Grevenbroich. Grevenbroich will künftig mehr als bislang Unterkünfte auch im Norden des Stadtgebietes schaffen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. 130 Bewohner aus Neukirchen, Hülchrath und weiteren Orten kamen zum ersten Stadtteilgespräch mit Bürgermeister Klaus Krützen. Zur geplanten Flüchtlingsunterkunft am Mühlenhof gab es zahlreiche Fragen, Anwohner sind besorgt. Von Carsten Sommerfeld

Das erste Stadtteilgespräch mit Bürgermeister Klaus Krützen und der gesamten Verwaltungsspitze stieß auf große Resonanz. 130 Besucher kamen in den Pfarrsaal von St. Jakobus in Neukirchen - und blieben bis zum Schluss der dreistündigen Veranstaltung. Mit den Gesprächen will Krützen den Kontakt zwischen Stadt und Bürger vor Ort intensivieren, vier Termine sind für 2016 noch geplant.

Ein Thema, auf das viele Teilnehmer warteten, stand als letzter Punkt auf der Tagesordnung: die Flüchtlingsunterbringung. Die Stadt plant den Bau einer Unterkunft für 80 bis 100 Menschen an der Straße Mühlenhof am Ortsrand von Neukirchen. "Wir streben eine dezentrale Unterbringung an, eine Zahl von rund 80 bis 100 Bewohnern halten wir für verträglich", so Krützen, der um Verständnis warb: "Die überwiegende Zahl der 800 uns zugewiesenen Flüchtlinge ist in den südlichen Stadtteilen und der Innenstadt untergebracht. Wir müssen auch im Norden Unterkünfte schaffen. Und es ist unsere christliche Pflicht, den Menschen, die zu uns kommen, Obdach zu geben." Mit bis zu 2000 Flüchtlingen rechnet die Verwaltung 2016.

Eine Entscheidung für den Mühlenhof ist laut Krützen noch nicht gefallen. "Wir führen auch noch für einen anderen Standort Gespräche." Doch bereits jetzt äußerten mehrere Anwohner vom Mühlenhof, einer kurzen Wohnstraße, ihre Sorgen - sie befürchten etwa Lärm. "Bei uns leben circa 20 Menschen, ich halte da 80 bis 100 weitere Menschen in einer Unterkunft für keine gute Zahl", sagte eine Frau. Auch Burkhard Götz, der Nachbar der Unterkunft wäre, findet die Zahl für zu hoch. "Zumindest sollte der Zuweg zur Unterkunft nicht über unsere kleine Straße, sondern über die Roseller Straße erfolgen", forderte er. Die Stadt prüft, ob die Unterkunft näher an die Roseller Straße (K 33) gelegt werden kann. Andere Anwohner schlugen vor, die Unterkunft auf dem Rasenplatz der Sportanlage zu errichten, dort stehe ja auch noch ein Kunstrasenplatz zur Verfügung. Die Stadt will aber Kirmes- und Sportplätze nicht für Unterkünfte nutzen. Mehr Infos zu den Plänen in Neukirchen soll es auf einer Bürgerversammlung geben.

Auch die Verkehrsanbindung bewegt viele. "Es gibt keine Möglichkeit, spätabends mit dem Bus zurück nach Neukirchen zu kommen", wurde kritisiert, andere bemängelten die unzureichende Verbindung nach Grevenbroich. "Wir suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten", kündigte Krützen an. Denkbar sei etwa ein Bürgerbus, der von Ehrenamtlern gesteuert wird. Ein Vorbild fährt in Korschenbroich.

Weitere Themen: Die Stadt macht sich bei bei der Bezirksregierung dafür stark, dass im Regionalplan mehr Bauland für Neukirchen ausgewiesen wird. "Zurzeit gibt es Baulandreserven nur noch an der Hülchrather Straße und am Lohweg", so Fachbereichsleiterin Dorothea Rendel. Zu den zehn vom Land in Grevenbroich geplanten Windkraft-Vorrangflächen, eine davon liegt Richtung Langwaden, fand Krützen deutliche Worte: "Das werden wir nicht hinnehmen. Grevenbroich leistet genug für die Energiegewinnung." Auf den bei Neuss-Hoisten geplanten Windkraftstandort hat die Stadt aber keinen Einfluss, sie wird lediglich angehört.

Quelle: NGZ
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