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Grevenbroich
Krützen verteidigt umstrittenen Zaun am Neurather Graben

Grevenbroich. Die Stadt will offensichtlich an dem Zaun entlang des Neurather Grabens festhalten. Das geht aus einem Papier hervor, das Bürgermeister Klaus Krützen am Donnerstag dem Stadtrat vorlegen wird. Grüne und Aktive Bürger hatten einen Abbau des Zauns gefordert. Er sei eine Todesfalle für Tiere.

In ihren Anträgen für den Rat hatten beide Fraktionen übereinstimmend beklagt, dass nach dem Bau des Zauns 2012 mehrfach Rehe nicht mehr aus dem Graben heraus kamen und starben. Um weitere Fälle zu verhindern, müsse eine alternative Lösung gefunden werden. Dafür hatten sich auch Jäger schon ausgesprochen.

In seiner Stellungnahme verteidigt Klaus Krützen die Position der Stadt. Der Zaun sei errichtet worden, um Gefährdungen von Menschen zu vermeiden, heißt es. Es soll verhindert werden, dass insbesondere Kinder in das bis zu 60 Zentimeter hohe und mit einem Tempo von circa zwei Metern pro Sekunde fließende Wasser fallen.

Laut Krützen hatten die Wirtschaftsbetriebe vor dem Bau des Zauns ein Sachverständigengutachten eingeholt. Darin seien auch Alternativen wie Ausstiegshilfen in einem Abstand von 150 bis 200 Meter oder eine Renaturierung des durch ein steiles Betonbett fließenden Gewässers untersucht worden. Doch: Ausstiege würden kostenintensiv sein und nicht zur Sicherheit beitragen, zitiert der Bürgermeister das Gutachten. Und: Eine naturnahe Gestaltung des Grabens mache einenZaun zwar überflüssig, dafür müsse aber der Weg entlang des Gewässers verlegt werden - was wiederum Grundstücksverhandlungen erforderlich mache. Mit dem Zaun sei eine Maßnahme ergriffen worden, die dafür sorge, dass eine "Gefahrenquelle nicht wirksam wird". Die Stadt habe damit ihre Verkehrssicherungspflicht in vollem Umfang erfüllt. Krützen weist darauf hin, dass der Verwaltung bis Mai diesen Jahres keine Vorfälle über zu Tode gekommene Tiere bekannt geworden seien. Die aufgetretenen Fälle seien zwar bedauerlich, würden aber nicht als signifikant gewertet.

Der Bürgermeister kündigt an, das Thema noch einmal im Umweltausschuss (23. November) aufzurufen. Dazu sollen auch Vertreter des Erftverbandes und RWE Power eingeladen werden.

(wilp)
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