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Grevenbroich
Künstler aus dem Senegal stellt im "Stellwerk" aus

Grevenbroich. In seiner Heimat hat Taha Diakathé seine Werke bereits in der Nationalgalerie in Dakar gezeigt.

Für den Stellwerk-KulturRaum in Grevenbroich hatte der vor kurzem verstorbene Morteza Fazelian besondere Pläne. Es sollte ein Ort künstlerischen Schaffens und menschlicher Begegnung werden. Jetzt arbeitet seine Tochter Schiwa Heinz-Fazelian an der Umsetzung dieses Traums - und hat den ersten Künstler in das alte Stellwerk eingeladen.

Taha Diakathé ist ein senegalesischer Maler. In seiner Heimat hat er bereits in der Nationalgalerie in Dakar ausgestellt. Seit 2002 reist er regelmäßig nach Deutschland, um auch hier seine Werke zu präsentieren. Seine Ausstellung im "Artraum thielmann" in Kaarst zum Beispiel läuft noch bis zum 25. September. Dort, in Kaarst, lernte Diakathé auch Schiwa Heinz-Fazelian kennen, die von seinen Bildern begeistert war und ihn ins Stellwerk einlud. "Ich konnte einfach nicht nein sagen", erzählt die Allgemeinmedizinerin. "Mich hat die Idee begeistert, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen."

Dem 47 Jahre alten Künstler ist es wichtig, seine Kunst mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Dabei, sagt er, gehe es ihm nicht darum, nur in großen Museen auszustellen, auch kleinere Orte wie das Stellwerk reizen ihn. "Außerdem liebe ich es, neue Orte zu entdecken. Jeden Eindruck, den ich sammeln kann, speichere ich irgendwo in mir ab und nutze ihn für meine Kunst."

Diakathés Gemälde sind bunt und expressiv, sie leben von seinen Eindrücken und Empfindungen. Viele von ihnen bilden aber auch Köpfe und Gesichter ab. "Der Mensch ist der Kern meiner Arbeit, und sein Bewusstsein und seine Intelligenz sind die wertvollsten Eigenschaften, die er hat", sagt er und erklärt damit auch, warum er Frieden für möglich hält.

Schiwa Heinz-Fazelian erinnert das sehr an ihren Vater, der auch Arzt war. "Taha hat das gleiche Bedürfnis, Menschen zu helfen", sagt sie. Obwohl der afrikanische Künstler Morteza Fazelian nie kennengelernt hat, möchte er ihm seine kommende Ausstellung am 18. September widmen. "Er muss ein nobler Mann gewesen sein", sagt er. "Deswegen möchte ich, dass die Ausstellung hier eine Hommage an ihn und seine Idee wird."

(ebu)
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