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Grevenbroich
Künstler will mehr Kreativität in der City

Grevenbroich. Patrick Schmitz liebt das Spontane. Am liebsten malt er da, wo andere es nicht erwarten. Der Streetart-Künstler meint, , die Stadt könne mehr Farbe vertragen. Dem Kreativen sollte in Grevenbroich mehr Raum gegeben werden. Von Lisa Kreuzmann

Wer sich beim ersten Feierabendmarkt auch jenseits der Streetfoodstände bewegte, hat ihn vielleicht entdeckt: Patrick Schmitz hat den Bürgermeister gemalt. Auf einem Dach. Dem Rathausdach, um genau zu sein. Der 36-Jährige sieht die Stadt mit anderen Augen. "Wir haben hier so tolle Flächen", sagt der Aktionskünstler. Man könnte so Vieles machen. Und damit will er jetzt anfangen.

Der gebürtige Grevenbroicher hat am Neusser Landestheater als Bühnenmaler und Plastiker gearbeitet. Jetzt möchte er auch seinen eigenen Stil bekannt machen. "Viele vergleichen meine Werke mit denen von Salvador Dalí", sagt Schmitz selbstbewusst. Er sieht sich als Surrealist. Bald möchte er seine Werke auch ausstellen. "Meine erste Ausstellung werde ich vermutlich in der Galerie im ehemaligen Landratsamt in Wevelinghoven haben", sagt der 36-Jährige. Schon als Kind habe er sich zur Kunst hingezogen gefühlt. Nach seinem Fachabitur für Gestaltung in Neuss habe er ein Stipendium erhalten und die Chance mit dem Grevenbroicher Künstler Anatol Herzfeld zusammen zu arbeiten. "Wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge", erzählt Patrick Schmitz. Durch den bekannten Künstler sei er Teil der Szene geworden. "Ich kenne Grevenbroich, hier liegen meine Wurzeln", sagt Schmitz. Nun möchte er an seiner Stadt mitgestalten. Manchmal komme ihm seine Heimat wie eine Geisterstadt vor, sagt der Künstler. "Da muss Leben rein." Er möchte sich mit anderen Künstlern zusammenschließen, um die Stadt bunter zu machen. In der Stadt müsse ein kreativere Wind wehen. Dafür hat er schon am Evita-Beach mit seinen Bodypainting-Aktionen gesorgt. "Spontane Kunst macht mir sehr viel Spaß", sagt Schmitz.

Vor dem Alten Rathaus hat er mit Fingerfarbe damit angefangen. Auf dem Dach sitzt der Bürgermeister. Auf dem Marktplatz seine Bürger, die ihm ihre Ideen zuwerfen, symbolisiert durch transparente Seifenblasen. Bürgermeister Krützen versucht die Gedankenblasen einzufangen. "Ich habe das vorher natürlich mit der Stadt abgesprochen, und die fand das gut", sagt Schmitz. Auch mit Flüchtlingen habe er bereits zusammen gearbeitet, denn er finde es wichtig, dass sie geistig und künstlerisch gefordert werden. Das gehe auch ohne Deutschkenntnisse.

Quelle: NGZ
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