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Grevenbroich
Künstlerin macht Objekte aus alten Plastiktaschen

Grevenbroich. Maria Gilges stellt im Wevelinghovener "DenkHaus" aus.

"Welch' eine Fabulierlust, welch' ein Einfallsreichtum", fragt sich Thomas Brandt beim Anblick der von Maria Gilges erarbeiteten Kunstobjekte. Und ähnlich bewundernd wie der fast 20 Jahre als Leiter des Kulturforums Alte Post in Neuss engagierte Autor und Künstler blicken auch die Besucher auf die Kunst, die im "DenkHaus" zu sehen ist.

Brandt legte zur Einführung dar, wie die aus gesammelten Plastiktaschen gehäkelten Tierwesen-Köpfe auf ihn wirken: "Sie versprühen Lebensfreude. Es sind Wesen mit einem ausgeprägten Charakter, voll ungebremster Vitalität." Die Künstlerin betont, dass sie sich vom Material leiten lässt, keine Entwürfe zeichnet: "Das befreit."

"Die 'kleine Kultur in der Gartenstadt' zeigt bunte Kunst", fasst Helmut Coenen vom "DenkHaus"-Team die Ausstellung zusammen. Diese "Kunst aus Kunststoff" überrascht mit vielen Gesichtern, mit Fantasie-Objekten, die unternehmungslustig in die Welt schauen. Ohne vorherige Planung lässt sich Maria Gilges "vom endlosen Fluss des Häkelns leiten", benutzt Kontraste, um den Ausdruck zu steigern und kommt so zu immer neuer Formgebung. Aber die Leichtigkeit dieser Wesen trügt. Denn ihr Hintergrund ist ein ernster.

Und das bringt Gilges deutlich zum Ausdruck. Mit dem so genannten "Upcycling" von Plastikmüll weist sie auf das Konsumverhalten und die fatalen Folgen hin. "Erst in 200 bis 400 Jahren sind Plastiktaschen gänzlich verrottet", erklärt Thomas Brandt. Dagegen möchte die Künstlerin angehen. Sie steht dem Verhalten eines Großteils der Menschen kritisch gegenüber, sammelt deshalb - auch bei der Vernissage - Plastiktaschen, schneidet sie zu feinen Endlos-Streifen und macht daraus Kunstobjekte, die den Betrachtern Bewunderung und ein Lächeln entlocken.

(mgö)
 
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