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Grevenbroich
Kultur-Team plant den Sommer im Museum

Grevenbroich: Kultur-Team plant den Sommer im Museum
Schützenzug vor dem Wasserwerk um 1920. Alte Aufnahmen wir diese kennzeichen die Schau, die am 16. Juli eröffnet wird. FOTO: GWG
Grevenbroich. In der Villa Erckens wird die Geschichte der GWG in einer Schau gewürdigt. Zuvor werden Porträts des Malers Ralf Scherfose gezeigt. Von Valeska von Dolega

"Die Bemühungen um die Beleuchtung von Plätzen und Straßen haben die Stadträte lange beschäftigt", berichtet Thomas Wolff vom Stadtarchiv. Während in Neuss schon 1788 die Ölleuchten brannten, dauerte es in Grevenbroich etwas länger. Erst im Juni 1867 schlossen Bürgermeister Johann Theodor Wilbertz und der Kaufmann Wilhelm Trimborn vor dem Wevelinghovener Notar Hubert Hilgers einen Vertrag, der Rechte und Pflichten in Sachen Beleuchtung fixierte.

Welch starken Ausbau der Infrastruktur Grevenbroich in dieser Phase erlebte, wird in einer Ausstellung in der Villa Erckens gezeigt. Anlass ist der 90. Geburtstag des Versorgers GWG. In der Schau werten historische Karten, Ratsprotokolle zur Gründung des Unternehmens sowie Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Entwicklung des Gas- und Wasserwerkes dokumentieren. Zur Vernissage am Sonntag, 16. Juli, wird außerdem ein Sommerkonzert in den Stadtpark einladen.

Doch bevor im kommenden Monat der rein lokale Blick in die Vergangenheit fällt, steht bereits jetzt eine Rückschau als besondere Werkschau an. Morgen, 19.30 Uhr, werden in Kooperation mit dem Kunstverein Grevenbroich Arbeiten des Malers Ralf Scherfose präsentiert. Der ist so etwas wie ein alter Bekannter und zeigte bereits 2014 einen Bilderzyklus zum Ersten Weltkrieg in der Villa.. "Wir waren uns einig, das wiederholen zu wollen", erinnert sich Wolff an die Idee einer weiteren Schau. "Die Räumlichkeiten sind 1a", lobt der Maler die untere Etage, in der er zusammen mit seiner Frau Esther Hildebrand nun die Ausstellung "Menschenbilder aus 25 Jahren" konzipiert hat.

Ralf Scherfose zeigt in einer Retrospektive ab Donnerstag ausgewählte Arbeiten der vergangenen 25 Jahre. FOTO: Valeska von Dolega

So unterschiedlich die Arbeiten auch wegen der jeweils verwendeten Materialen sind, ist ihnen eins gemeinsam: "Person, Charakter und Schicksalsträchtigkeit sollen abgebildet werden", sagt der Künstler. Ein Maler muss sich nach seiner Meinung zurücknehmen und eine Antenne für sein Gegenüber haben. "Ich schaue, wen ich vor mir habe", manchmal ist die Interpretation empfindsam und pastellig, zuweilen expressiv und mit kräftiger Ölfarbe gearbeitet. Zu sehen sind die unterschiedlichesten Menschen, darunter auch seine Frau sowie Selbstporträts. Häufig gibt es mehrere Gemäldeerarbeitungen mit dem gleichen Modell, wovon einige Gruppen am Stadtpark zu sehen sind. Jedes Werk trägt seinen zuweilen augenzwinkernden Titel, die Geschichte, die jeweils erzählt wird, soll aber vornehmlich im Kopf der Betrachter entstehen.

"Das Existentielle des Menschen interessiert mich", sagt der 1962 in Niedersachsen geborene Künstler, der an der HBK Kassel bei Manfred Bluth studierte und auch selbst als Dozent tätig ist, über die von ihm dargestellten mitunter durchaus intimen Szenen, die allerdings nichts Voyeuristisches haben. Die Kunst des Porträts wird in vielen Facetten gespiegelt und dieser Blick ins Innerste bildet eine schöne Klammer zur Villa, das sich ja als Museum der (niederrheinischen) Seele versteht.

Quelle: NGZ
 
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